Drohung gegen South Pars: Trump bekämpft Feuer mit Feuer

Je höher der Öl- und Gaspreis, je größer die Schäden an den Förderanlagen am Golf, desto besser für Iran. Gegen diese asymmetrische Strategie, die das eigentlich hart getroffene Regime in Teheran immer noch mit einigem Erfolg praktiziert, haben Trump und Netanjahu bisher kein Mittel gefunden.
Im Fall des South-Pars-Gasfelds war es jetzt sogar ein israelischer Angriff, der zur Eskalation bis nach Qatar führte, was dann die Märkte erschreckte. Trump reagierte in Trump-Manier, indem er einerseits den Israelis weitere Angriffe auf das Gasfeld untersagte, andererseits den Iranern damit drohte, gleich selbst das ganze Feld in die Luft zu jagen, sollten sie noch einmal die qatarischen Gasanlagen beschießen.
Export nach Asien und Europa
Feuer bekämpft der Präsident stets mit Feuer, aber die Risiken schätzt er auch in diesem Fall falsch ein: Wegen der langfristigen Folgen für Iran wolle er das größte Gasfeld der Welt nicht zerstören, gab er an. In Wirklichkeit wären die Folgen auch groß für die Weltwirtschaft, denn das zwischen Iran und Qatar geteilte Feld ist wichtig für den Export nach Asien und Europa.
Die Wirkung der amerikanisch-israelischen Luftschläge sollte man nicht unterschätzen. Aber nur das im jahrzehntelangen Überlebenskampf gestählte Israel ist bereit, hohe Kosten in Kauf zu nehmen. Die Europäer sind raus, Trumps Wähler ungeduldig, Amerikas Verbündete am Golf immer wieder schutzlos – das iranische Regime hat noch nicht verloren.
Source: faz.net