Drei Journalisten wohnhaft bei Angriff im Libanon getötet – Israel spricht von Hisbollah-Mitgliedern

Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon wurden drei Journalisten getötet. Sie gehörten laut Jerusalem zur Hisbollah-Miliz. Die Nato begehe einen „gewaltigen Fehler“, kritisiert US-Präsident Donald Trump. Mehr im Liveticker.

Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

14:40 Uhr – Militärkreise: Drei Journalisten bei israelischem Angriff im Libanon getötet

Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon sind nach Angaben aus Militärkreisen am Samstag drei Journalisten getötet worden. Der Angriff habe das Fahrzeug der Journalisten in der Region Jezzine getroffen, hieß es aus den Militärkreisen. Die israelische Armee erklärte, sie habe einen Mann getötet, der einer Elite-Einheit der von Israel bekämpften proiranischen Hisbollah-Miliz angehört habe.

Den Militärkreisen zufolge arbeitete einer der getöteten Journalisten für den zur Hisbollah gehörenden Sender Al-Manar. Außerdem seien eine Journalistin des Hisbollah-nahen Senders Al-Mayadeen sowie deren Bruder, ein Kameramann, getötet worden. Die beiden Sender bestätigten den Tod ihrer Korrespondenten.

Die israelische Armee teilte hingegen mit, das von ihr getötete Hisbollah-Mitglied habe sich als Journalist getarnt. Tatsächlich habe der Mann „systematisch“ die Positionen von israelischen Soldaten im Südlibanon durchgegeben.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach im Onlinedienst X von einem „offensichtlichen Verbrechen, das gegen alle Normen und alle Verträge verstößt, auf deren Grundlage Journalisten im Kriegsfall internationalen Schutz genießen“. Einmal mehr verstoße „die israelische Aggression“ gegen die Grundregeln des Völkerrechts und des Kriegsrechts, „indem sie Journalisten ins Visier nimmt, die in erster Linie Zivilisten sind, die ihren Beruf ausüben“.

14:38 Uhr – VAE melden Dutzende Angriffe und sechs Verletzte

Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf die Vereinigten Arabischen Emirate sollen mindestens sechs Menschen verletzt worden sein. Nach örtlichen Angaben wurde die Luftabwehr am Samstag gegen 20 ballistische Raketen und 37 Drohnen aktiv. Laut dem Verteidigungsministerium wurden seit dem Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran 413 Raketen und 1.872 Drohnen gegen die Emirate eingesetzt. Zehn Menschen kamen den Angaben zufolge ums Leben, 178 weitere wurden verletzt.

Die sechs Verletzten vom Samstag entfielen alle auf ein Industriegebiet in der Hauptstadt Abu Dhabi, wo nach dem Abfangen einer Rakete mehrere Brände ausbrachen.

14:24 Uhr – Sanitäter: Sieben Verletzte bei Angriff nahe Jerusalem

Bei einem Raketenangriff auf die zentralisraelische Ortschaft Eschtaol in der Nähe von Jerusalem sollen mindestens sieben Menschen verletzt worden sein. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte am Samstag mit, einige der Menschen seien durch die Explosion verletzt worden, andere bei dem Versuch, Schutzräume zu erreichen.

14:13 Uhr – Irans Präsident droht mit Vergeltungsschlägen

Irans Präsident Massud Peseschkian droht mit harten Vergeltungsschlägen gegen Nachbarländer, falls die Infrastruktur oder Wirtschaftszentren im Land attackiert werden. In einer „Botschaft an die Länder der Region“ schrieb Peseschkian auf der Plattform X: „Wenn ihr Entwicklung und Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem Boden aus führen.“

Zuvor hatten israelische und US-Luftstreitkräfte laut iranischen Angaben ihre Angriffe auf Stahlwerke sowie Anlagen der Rüstungs- und Energieinfrastruktur in mehreren iranischen Provinzen ausgeweitet.

13:18 Uhr – Ministerium: Zwei Häfen in Kuwait bei Angriffen beschädigt

Die kuwaitischen Häfen Mubarak al-Kabir und Schuwaich sind bei Drohnen- und Raketenangriffen schwer beschädigt worden. Das Verteidigungsministerium teilte am Samstag mit, binnen 24 Stunden sei das ölreiche Land mit vier ballistischen Raketen, einem Marschflugkörper und sieben Drohnen angegriffen worden. Opfer habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben.

12:42 Uhr – Ahmetovic weist Kritik von Trump an Merz zurück

Die SPD hat die Kritik von US-Präsident Donald Trump an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und der deutschen Haltung im Nahost-Krieg zurückgewiesen. „Es bleibt weiter richtig, sich in diesen Krieg nicht hineinziehen zu lassen. Es gab vor Beginn des Angriffs auf den Iran keine Konsultation der Partner durch die USA“, sagte Adis Ahmetovic, der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem „Tagesspiegel“: „Nun erleben wir einen Krieg, der nicht nur illegal ist, sondern weiterhin keine klar formulierten Kriegsziele hat, keinen Plan für einen Exit, geschweige eine Strategie für das Danach.“

12:20 Uhr – Internetsperre im Iran dauert an

Auch vier Wochen nach Beginn der Internetsperre ist im Iran kein Ende der Blockade absehbar. Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks schrieb auf X, vor genau einem Monat sei der Iran in eine „digitale Dunkelheit“ gestürzt worden, als die Behörden den Zugang zum weltweiten Internet gekappt hätten. Damit werde das Recht der Iraner auf Kommunikation und Information verletzt.

11:35 Uhr – Mehr als zwei Dutzend US-Soldaten verletzt

Bei iranischen Angriffen auf einen saudischen Luftwaffenstützpunkt sollen mehr als zwei Dutzend US-Soldaten verletzt worden sein. Zwei Personen mit Detailkenntnis berichteten der Nachrichtenagentur AP, bei einem Angriff auf die Prince Sultan Airbase am Freitag seien mindestens 15 Militärangehörige verletzt worden, fünf davon schwer. US-Behördenvertreter hatten zunächst von zehn Verletzten gesprochen, zwei davon schwer. Davor habe es innerhalb weniger Tage zwei weitere Angriffe auf den Stützpunkt gegeben, sagten die Hinweisgeber, die anonym bleiben wollten. Bei einem Vorfall seien mindestens 14 US-Soldaten verletzt worden. Die Prince Sultan Airbase liegt rund 100 Kilometer von der saudischen Hauptstadt Riad entfernt. Sie wird von der Luftwaffe Saudi-Arabiens betrieben, aber auch vom US-Militär genutzt.

10:55 Uhr – Brände in Abu Dhabi unter Kontrolle

Beim Abfangen einer ballistischen Rakete entfachte Brände in Abu Dhabi sind nach Angaben der örtlichen Behörden unter Kontrolle. Das Medienbüro der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate teilte weiter mit, die Zahl der Opfer sei auf sechs gestiegen. Unter ihnen sei ein pakistanischer Staatsbürger, der im Gebiet der Wirtschaftszone Chalifa von herabfallenden Trümmerteilen getroffen worden sei.

10:40 Uhr – Radaranlagen des Flughafen von Kuwait beschädigt

Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen der gleichnamigen Hauptstadt von Kuwait sind die Radaranlagen des Airports schwer beschädigt worden. Das teilte die zivile Luftfahrtbehörde des Landes am Samstag mit. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.

10:18 Uhr – Beratungen zwischen Pakistan, Saudi-Arabien, Türkei und Ägypten geplant

Pakistan will am Sonntag und Montag mit Saudi-Arabien, der Türkei ​und Ägypten über den Iran-Krieg beraten. Bei dem zweitägigen Treffen ⁠der Außenminister in Islamabad gehe es um „intensive Diskussionen über eine Reihe von Themen, einschließlich der Bemühungen um eine Deeskalation der Spannungen in der Region“, teilte das pakistanische Außenministerium am Samstag mit. Laut dem türkischen ⁠Außenminister ​Hakan Fidan ‌soll ein Mechanismus zur Deeskalation geschaffen werden. Ziel des Treffens seien rasch „umsetzbare Schritte“ zur Beendigung des Krieges, bevor es zu weiteren Zerstörungen in der Region und noch mehr Schäden für die Weltwirtschaft komme, sagte Fidan auf einer Konferenz in Istanbul. ‌Die neue „polyzentrische Ordnung“ der Welt erfordere eine ⁠Lösung ​zum Schutz wichtiger Energie- und Handelsrouten.

9:02 Uhr – Israel greift erneut Ziele im Süden des Libanon an

Israel hat beim militärischen Vorgehen gegen die islamistische Hisbollah-Miliz erneut zahlreiche Ziele im Süden des Libanon angegriffen. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete am Samstag von morgendlichen Luftangriffen auf Städte wie Madschdal Selm, Kafra, Adlun und Tulin. In der Stadt Nabatije seien Wohngebäude, Geschäfte und eine Tankstelle getroffen worden. Die israelischen Streitkräfte sprachen von Angriffen auf die „terroristische Infrastruktur der Hisbollah“ im Libanon.

08:37 Uhr – Merz wirft Trump „massive Eskalation“ im Iran-Krieg vor

Das Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz wird konfrontativer. Auf dem „F.A.Z.-Kongress 2026“ attackierte Merz Trump nun scharf für dessen Agieren im Iran-Krieg. „Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang“, sagte Merz in Frankfurt. „Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle.“

Merz bezweifelte demnach auch, dass ein Sturz der Führung im Iran erreicht werden kann. „Ist das Thema Regime-Change wirklich das Ziel?“, fragte er. „Wenn das das Ziel ist, glaube ich nicht, dass sie das erreichen werden. Das ist meistens schiefgegangen.“ Er sei nicht überzeugt davon, dass das, was die USA und Israel im Iran-Krieg machten, zum Erfolg führen kann.

07:57 Uhr – Iran-Krieg gefährdet globale Versorgung mit Dünger

Landwirte in aller Welt bekommen die Folgen des Krieges am Persischen Golf zu spüren. Weil Teheran als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA die für die Schifffahrt so wichtige Meerenge von Hormus blockiert, gibt es nicht mehr genug Dünger. Deswegen dürften dieses Jahr an vielen Orten die Ernten geringer ausfallen. Gerade in Entwicklungsländern könnte das viele Menschen in existenzielle Not bringen.

Die ärmsten Bauern in der nördlichen Hemisphäre seien von Düngemittel-Importen aus der Golfregion abhängig – und die Verknappung komme gerade jetzt, wo die Pflanzzeit beginne, sagt Carl Skau, stellvertretender Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms, der Nachrichtenagentur AP.

06:42 Uhr – Thailand einigt sich mit Teheran auf Durchfahrt von Öltankern

Thailand hat sich nach Angaben von Regierungschef Anutin Charnvirakul mit dem Iran auf die Durchfahrt seiner Öltankern durch die Straße von Hormus geeinigt. Durch die Einigung werde „thailändischen Öltankern eine sichere Durchfahrt“ ermöglicht, erklärte Charnvirakul vor Journalisten in Bangkok. So könne die Sorge über Ölimporte und steigende Treibstoffpreise gemindert werden.

05:52 Uhr – Abu Dhabi: Fünf Verletzte durch Trümmerteile

In Abu Dhabi verletzen herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen ballistischen Rakete fünf Menschen und ⁠lösen zwei Brände aus. Das teilt das Medienbüro des Emirats mit. Demnach löschen Einsatzkräfte die Flammen im Umfeld der Wirtschaftszone Kezad.

05:12 Uhr – Israel: Erstmals Rakete aus dem Jemen abgefeuert

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben den ⁠Start einer Rakete aus dem Jemen erfasst. Dies sei das erste Mal seit Ausbruch des Krieges, dass ein Geschoss von dort abgefeuert werde, teilen die Streitkräfte mit. Zuvor hatten die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen mit einem Eingreifen ⁠in ​den Konflikt gedroht.

03:38 Uhr – Explosionen über Damaskus – Israel fängt iranische Raketen ab

In ⁠der syrischen Hauptstadt Damaskus und ihrer Umgebung sind Explosionen zu hören. Dabei handele es sich um Einsätze der israelischen Luftabwehr, die im syrischen Luftraum iranische Raketen abfange, berichtet das Staatsfernsehen.

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03:23 Uhr – Nouripour: Iran könnte Würgegriff um gesamte Weltwirtschaft legen

Einen Monat nach Kriegsbeginn sieht Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour von den Grünen die Möglichkeiten des Irans noch längst nicht ausgeschöpft. „Der Iran hat ja noch gar nicht die volle Eskalationsstufe ausgenutzt“, sagte Nouripour der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Sie könnten zum Beispiel durch ihre Verbündeten im Jemen die Straße von Aden schließen. Das bedeutet, dass nicht nur kein Öl mehr kommt, sondern gar keine Güter mehr aus Ostasien. Damit hätten sie ihren Würgegriff um den Hals der gesamten Weltwirtschaft gelegt.“

02:49 Uhr – US-Präsident nennt Straße von Hormus „Straße von Trump“

Donald Trump hat die Straße von Hormus „Straße von Trump“ genannt. Auf einem Kongress in Miami sprach der Republikaner über den Verlauf des Iran-Kriegs und sagte: „Sie müssen die Straße von Trump öffnen – ich meine Hormus.“ Im Publikum wurde daraufhin gelacht.

Trump ergänzte dann: „Entschuldigung – es tut mir so leid. So ein schlimmer Fehler.“ Er schob nach, dass die „Fake News“ berichten würden, dass er es aus Versehen gesagt habe. Er ergänzte: „Bei mir gibt es keine Versehen – zumindest nicht viele.“ Einige Medien kamen anschließend zur Einschätzung, dass er all dies scherzhaft gemeint habe.

01:23 Uhr – Trump kritisiert Merz für Haltung im Iran-Krieg

US-Präsident Trump hat Bundeskanzler Merz (CDU) für die ausbleibende Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert. Der Republikaner attackierte bei einem Kongress in Miami im US-Bundesstaat Florida erneut zunächst die Nato-Verbündeten Frankreich und Großbritannien – und kam dann auf Deutschland zu sprechen: „Der deutsche Bundeskanzler – das sind alles meine Freunde – Friedrich. Der deutsche Bundeskanzler, er sagte: „Das ist nicht unser Krieg“.“ Trump schob nach, dass dann der Ukraine-Krieg auch nicht der der USA sei.

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Bereits am Vortag hatte Trump Deutschland kritisiert. Er habe es als „unangemessen“ empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: „Das ist nicht unser Krieg.“ Trump nannte dabei allerdings keinen konkreten Namen und schrieb die Äußerung der Spitze zu („the head of Germany“). Der Satz stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Pistorius. Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäußert: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“

dpa/AFP/rtr/ll/sebe/jmr/krott/saha

Source: welt.de