Donald Trump: Wo die USA hinaus den fünf Stufen des Faschismus stillstehen
Robert Paxton hat Einfluss, der ohne Macht und Geld auskommt.
Als einer der wichtigsten Faschismusforscher hat er Generationen von
Historikern und Sozialwissenschaftlern geprägt. Seine Anatomie des
Faschismus (2004) gilt als Standardwerk, schon mit seiner Doktorarbeit über
die Kollaboration des Vichy-Regimes mit den Nazis (1972) löste der
US-Historiker eine Debatte aus, die über Frankreich hinausreichte.
Es hatte daher Gewicht, als Paxton, der lange an der
Columbia University gelehrt hat und als Gutachter in Kriegsverbrecherprozessen
auftrat, Donald Trump in dessen erster Amtszeit vom Faschismusvorwurf
freisprach. „Wir sollten mit giftigen Zuschreibungen zurückhaltend sein“, schrieb
er 2017 in einem
Beitrag für das Harper’s Magazine, nachdem selbst konservative
Kommentatoren wie Robert Kagan das
F-Wort für Trump genutzt hatten. Zwar erkannte Paxton in Trump schon damals
Züge eines Faschisten, etwa in dessen „absurder Theatralik“, die an Mussolini
erinnere. Und doch warnte der US-Historiker, dass der Begriff wahllos verwendet
werde und dadurch Gefahr laufe, am Ende oberflächlich und analytisch wenig
hilfreich zu sein.