Diplomatische Depesche: USA bedrängen Sri Lanka wegen iranischer Seeleute

Diplomatische DepescheUSA bedrängen Sri Lanka wegen iranischer Seeleute

08.03.2026, 13:53 Uhr

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Seeleute der srilankischen Marine retten iranische Seeleute vom Kriegsschiff „IRIS Dena“, nachdem ihr Schiff außerhalb der Hoheitsgewässer Sri Lankas gesunken ist. (Foto: picture alliance/dpa/Sri Lankan Presidential Media Division)

Mehr als 200 iranische Marinesoldaten werden aus Sicherheitsgründen in Sri Lanka an Land geholt. Doch das passt den USA gar nicht. Sie drängen den Inselstaat nun, auf eine Rückführung der Iraner zu verzichten.

Sri Lanka gerät einem internen Dokument zufolge auf diplomatischer Ebene zwischen die Fronten der USA und des Iran. So drängen die USA Sri Lanka zum Verzicht auf die Rückführung iranischer Seeleute, die sich derzeit in dem südasiatischen Inselstaat befinden. Das geht aus einer vertraulichen Mitteilung des US-Außenministeriums hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag einsehen konnte. Darin soll die US-Vertretung in Colombo die dortige Regierung davor gewarnt haben, die Überlebenden der versenkten iranischen Fregatte „Dena“ und die Besatzung eines weiteren Schiffes in ihre Heimat zurückzuschicken.

US-Geschäftsträgerin Jayne Howell soll der diplomatischen Depesche zufolge betont haben, Sri Lanka müsse iranische Versuche unterbinden, die Festgehaltenen für Propagandazwecke zu nutzen. Zudem erkundigte sich demnach der israelische Botschafter für Indien und Sri Lanka bei Howell, ob es Kontakt zu der Besatzung gebe, um diese zum Überlaufen zu bewegen. Die israelische Botschaft in Neu Delhi antwortete bislang nicht auf die Bitte um Stellungnahme.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums wollte den Bericht nicht direkt kommentieren, erklärte aber, man respektiere Sri Lankas Souveränität und die dortigen Gesetze. Oberstes Ziel sei es jedoch, die vom Iran ausgehende Gefahr für die USA und ihre Partner einzudämmen.

Ein US-U-Boot hatte die „Dena“ am Mittwoch vor der Hafenstadt Galle im Süden Sri Lankas torpediert. Dabei wurden nach Angaben Sri Lankas 87 Menschen getötet. Das Schiff hatte vergangenen Monat an von Indien organisierten Marineübungen in der Bucht von Bengalen teilgenommen und war auf dem Rückweg nach Iran, als es beschossen wurde. Etwa 20 der 32 Überlebenden wurden inzwischen von einem Krankenhaus in einen Luftwaffenstützpunkt verlegt.

Sri Lankas Präsident Anura Kumara Dissanayake hatte am Donnerstag die Evakuierung des gestrandeten Versorgungsschiffs „Buschehr“ angeordnet und dies mit einer humanitären Verantwortung für die 208 Menschen an Bord begründet. Dem internen Dokument zufolge soll dieses Schiff für die Dauer des Konflikts in Sri Lanka festgesetzt werden.

Quelle: ntv.de, jaz/rts

Source: n-tv.de