Dietmar Woidke: Er sammelt Koalitionen wie andere Bonusmeilen

Dietmar Woidke war das ganze Gestreite schon länger peinlich. Eine Szene Mitte Dezember im Bundesrat, es ist eine Art Klassentreffen der Ministerpräsidenten: Manuela Schwesig gibt ein Interview nach dem anderen, Daniel Günther kichert mit Grünen und Roten, Hendrik Wüst genießt die Aufmerksamkeit, die er durch bloße Anwesenheit erzeugt. Und hinten, in die Ecke der kleinen Cafeteria, hat sich Woidke mit einem Mitarbeiter zurückgezogen. Fast wirkt es so, als wolle sich der 2-Meter-Mann besonders klein machen. 

Auf Fragen zu seiner Koalition zuckt er zusammen, wie jemand mit Zahnschmerzen. Gerade hat sein Koalitionspartner BSW mehreren Parlamentariern das Parlieren, also das Reden im Landtag, untersagt. Es ist nicht das erste Zerwürfnis des Brandenburger BSW. Also, was ist da los bei Ihnen, Herr Ministerpräsident? Woidke schüttelt den Kopf. Das Gespräch ist kurz und nicht zum Zitieren bestimmt. Aber man tritt ihm wohl nicht zu nahe, wenn man annimmt, dass er Teile des Koalitionspartners, der ihm da noch seine Mehrheit sichert, als wenig politikfähig wahrnimmt. Irgendwas zwischen Chaos-Club und Kindergarten.