Dieselpreis sackt hinaus neues Jahrestief ab

Der Preis für Diesel ist auf Wochensicht weiter zurückgegangen, der für Benzin stagnierte. Das geht aus der Auswertung der Preise von mehr als 14.000 Tankstellen durch den Autoklub ADAC hervor.
Diesel kostete demnach zuletzt im bundesweiten Mittel 1,613 Euro je Liter und damit 1,1 Cent weniger als vor Wochenfrist. Der Preis für Super E10 verblieb im Schnitt bei 1,886 Euro je Liter.
Eine Rolle für den rückläufigen Dieselpreis spielte dem ADAC zufolge das bevorstehende Ende der Heizsaison; Heizöl und Diesel hängen in der Produktion eng zusammen.
Der Preis für Rohöl, der seit dem Amtsantritt von Donald Trump rückläufig war, bewegte sich zuletzt in ähnlichen Größenordnungen wie in der Vorwoche um die 70 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) für die Nordseesorte Brent.
Höhere Ölreserven in den Vereinigten Staaten
Für die eher niedrigen Ölpreise kamen zuletzt mehrere Faktoren zusammen: Unter anderem wohl auf politischen Druck aus Amerika wollen die Ölstaaten der OPEC Plus von April an ihre Ölförderung steigern. Zudem belasten die US-Zollpläne die Erwartungen für die globale Ölnachfrage. Und aus den Vereinigten Staaten wurden größere Ölreserven gemeldet: Der Interessenverband American Petroleum Institute verzeichnete für die vergangene Woche einen Anstieg um 4,6 Millionen Barrel.
„Die OPEC plus und der US-Präsident haben den Ölpreis nach unten geschickt“, kommentierte Frank Schallenberger, Ölfachmann der Landesbank Baden-Württemberg. Eine Erhöhung der OPEC-Ölfördermenge hätte er vielleicht bei Preisen um die 80 Dollar erwartet – aber nicht bei Preisen wie jetzt.
Es habe „politischen Druck aus Washington“ auf die Ölstaaten gegeben, meinte Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank. Die Vereinigten Staaten wollten offenbar auf diese Weise das Inflationsproblem dämpfen, das durch höhere Zölle entstehe.
Analysten: Auf Dauer dürfte das nicht funktionieren
Analyst Nils Müller schreibt, mit der Annäherung zwischen Amerika und Russland stelle sich zudem die Frage einer möglichen Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland, das könnte Auswirkungen auf das globale Ölangebot haben.
„Bei Donald Trump handelt sich um konkurrierende Ziele, die kaum gleichzeitig erreichbar sind“, meint Giovanni Staunovo, Ölfachmann der Bank UBS: „Auf der einen Seite will er tiefere Ölpreise, um die Inflation zu dämpfen und mehr Zinssenkungen zu bekommen – gleichzeitig will er mehr Energieproduktion in den USA und mehr Öl aus den OPEC-plus-Staaten.“
Beides gleichzeitig werde es auf Dauer nicht geben, weil mit einem sinkenden Preis die Anreize zur Ausweitung der Förderung abnähmen.
Die Spritpreise in Deutschland waren zum Jahreswechsel auch deshalb gestiegen, weil der CO2-Preis für fossile Brennstoffe von der Bundesregierung abermals angehoben worden war. Einschließlich Mehrwertsteuer machte dies für Benzin 2,8 Cent je Liter, für Diesel 3,2 Cent je Liter zusätzlich aus. Mittlerweile aber sind durch den Ölpreisrutsch seit dem Trump-Amtsantritt die Preise für Benzin und Diesel so stark gefallen, dass sie niedriger sind als vor der Anhebung des CO2-Preises.
Source: faz.net