Deutscher Film im Ausland: „Maria“ und „Manitu“ sei dank

Folgte man in den vergangenen Woche der Debatte über die Filmförderung, konnte man den Eindruck bekommen, dass der deutsche Film ohne staatliche Apanage verloren ist. Auf 250 Millionen Euro erhöht die Bundesregierung die Mittel der Filmförderanstalt. Nachdem sich die Koalition darauf geeinigt hat, dass Streamer und Sender per Gesetz dazu gezwungen werden, acht Prozent ihres Umsatzes in hiesige Produktionen zu stecken, dürfte das Geld auch fließen.
Dabei kommt der deutsche Film im Ausland gar nicht so schlecht an, wie man vermuten könnte. Im Gegenteil haben Filme Made in Germany im vergangenen Jahr außerhalb Deutschland sogar Spitzenerlöse eingespielt. Wie German Films – die Auslandsvertretung des deutschen Films – mitteilt, erzielten sie Einnahmen von knapp 250 Millionen Euro und zogen mehr als 33 Millionen Zuschauer an. Das sei mehr als eine Verdopplung bei den Einnahmen (2024: 116 Millionen Euro) wie bei den Besucherzahlen (2024: 15,8 Millionen).
Im Jahr 2025 wurden weltweit insgesamt 594 deutsche Filme – Mehrheits- und Minderheitsproduktionen – in 87 Ländern gezeigt. Darunter befanden sich 297 Titel, die als überwiegend hiesige Produktionen aus Deutschland stammten. Im Vergleich zu den Vorjahren sei dies sowohl der Zahl der Titel als auch der internationalen Reichweite nach ein deutlicher Zuwachs.
Fünf Filme auf einen Streich
Zu den erfolgreichsten mehrheitlich deutschen Produktionen des Jahres 2025 zählten „Maria“ mit Angelina Jolie als Maria Callas in der Hauptrolle, mitproduziert von der Firma Komplizen Film, und Michael „Bully“ Herbigs Westernkomödie „Das Kanu des Manitu“ (die in Deutschland rund fünf Millionen Besucher in die Kinos lockte und hier Einnahmen von rund 51 Millionen Euro erzielte), außerdem der Animationsfilm zum 50-jährigen Bestehen des Europa-Parks „Grand Prix of Europe“, „September 5“ von Tim Fehlbaum über den palästinensischen Terroranschlag auf das Team Israels bei den Olympischen Spielen 1972 in München, bei dem 17 Menschen ums Leben kamen, sowie „Alles voller Monster“.
Diese fünf Filme erzielten als erfolgreichste Titel zusammen knapp 50 Millionen Euro an internationalen Kinoeinnahmen und erreichten 6,64 Millionen Zuschauer. Wie bereits im Vorjahr erwies sich auch 2025 Europa als wichtigster Absatzmarkt für Filme, mit mehrheitlich deutscher Finanzierungs- oder Produktionsbeteiligung. Bei den Produktionen mit einer kleineren deutschen Produktionsbeteiligung führte der US-amerikanisch-deutsche Spielfilm „All das Ungesagte zwischen uns“. Der Film erzielte 70,4 Millionen Euro Umsatz und zog 8,46 Millionen Zuschauer an. Auf Rang zwei folgte „Der Phönizische Meisterstreich“ mit 32,4 Millionen Euro Einnahmen und 3,71 Millionen Zuschauern.
Die Darstellung der internationalen Kinozahlen beruht laut German Films auf den Angaben der Datenbank Comscore. Diese präsentiert international „Box Office“-Ergebnisse, also die Einnahmen durch Kinotickets, und Besucherzahlen, die von den Verleihern gemeldet werden. Filme und deren Ergebnisse, die nicht an Comscore gemeldet werden, entgehen der Analyse von German Films. Da aus einigen Ländern zwar die Einnahmen an der Kinokasse gemeldet werden, nicht aber die Besucherzahlen, wurden diese dann errechnet.
Source: faz.net