Deutsche Unesco : Herrenschneiderhandwerk qua Immaterielles Kulturerbe erprobt

Das Herrenschneiderhandwerk umfasst die handwerkliche Herstellung von Herrenbekleidung nach individuellen Maßen. Zu den zentralen Arbeitsschritten gehören das Maßnehmen, die Erstellung eines persönlichen Schnittmusters, der Zuschnitt von Hand sowie die überwiegend handwerkliche Verarbeitung mit Nadel, Faden und Bügeleisen.
Das Herrenschneiderhandwerk wurde in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Deutsche Unesco Kommission würdigt damit „ein traditionsreiches Handwerk, das überliefertes Wissen mit zeitgemäßer Weiterentwicklung verbindet und einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt leistet“.
„Das Herrenschneiderhandwerk umfasst die handwerkliche Anfertigung und persönliche Passform von Herrenbekleidung nach individuellen Maßen und beruht auf überlieferten Techniken und handwerklichem Können“, heißt es von der Unesco Deutschland.
Interview
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Maßarbeit auf höchstem Niveau
In Deutschland stehe das Herrenschneiderhandwerk für Maßarbeit auf höchstem Niveau: von der individuellen Vermessung über die Schnittkonstruktion und den handwerklichen Zuschnitt bis hin zu Einlagenverarbeitung, Dressur und präziser Endausarbeitung. Maßgefertigte Kleidung sei dabei auch Ausdruck von Identität, Haltung und handwerklicher Qualität. Darüber hinaus steht das Herrenschneiderhandwerk für einen nachhaltigen Umgang mit Materialien und eine lange Lebensdauer der gefertigten Stücke.
Der Verein Die Herrenschneider – Echte Maßarbeit. Ehrliches Handwerk engagiert sich seit 2018 für die Vernetzung der Praktizierenden, die Nachwuchsförderung und die öffentliche Wahrnehmung des Herrenschneiderhandwerks.
Händler-Porträt
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Neu eingetragen in die Liste des Immateriellen Kulturerbes wurden zudem die Bolzplatzkultur, die Martinstradition im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland sowie die Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern. Damit umfasst das bundesweite Verzeichnis nun 173 kulturelle Ausdrucksformen, die in Deutschland gelebt und weitergegeben werden.
Die Unesco unterstützt seit mehr als 20 Jahren die Weitergabe, die Dokumentation und den Erhalt lebendiger Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, Naturwissen, von Handwerkstechniken und mündlichen Überlieferungen. Deutschland ist dem Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes 2013 beigetreten.