Deutsche mit Merz spürbar unzufriedener denn mit Scholz – Habeck und Lindner besser denn Nachfolger

Ein Jahr nach der Bundestagswahl ermitteln Meinungsforscher eine deutliche Unzufriedenheit mit dem aktuellen schwarz-roten Kabinett. Viele Minister werden schlechter als ihre Vorgänger bewertet. Vor allem Merz kommt nicht gut weg.

Am 23. Februar 2025 wählten die Deutschen die Ampel-Regierung und Kanzler Olaf Scholz ab. Seitdem regieren Schwarz-Rot und Bundeskanzler Friedrich Merz. Aber wie zufrieden sind die Deutschen eigentlich mit der neuen politischen Kraft? Das wollte auch die „Bild“-Zeitung wissen und gab beim Meinungsforschungsinstitut Insa eine Umfrage in Auftrag. Die Frage war: Macht es die Regierung Merz im Vergleich zum Bündnis aus SPD, Grünen und FDP besser? Und wie schneiden insbesondere die einzelnen Minister ab?

Drei Überraschungen finden sich in den Antworten. Nummer eins: Denn das Kanzlerduell gewinnt nicht der neue CDU-Mann, sondern Altkanzler Olaf Scholz. 35 Prozent der Befragten sehen hier nämlich den Sozialdemokraten vorne, nur 22 Prozent fanden, dass Merz seine Arbeit besser macht als Scholz. Und immerhin 33 Prozent sehen keine Veränderung.

Nummer zwei: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schneidet mit 19 Prozent deutlich schlechter ab als ihr Vorgänger Robert Habeck (Grüne) mit 27 Prozent.

Nummer drei: Selbst die Arbeit von Christian Lindner (FDP) als Finanzminister bewerten die Deutschen mit 24 Prozent besser als die von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) mit 22 Prozent.

Auch die aktuelle Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kommt nur auf 17 Prozent Zustimmung und unterliegt somit Karl Lauterbach (SPD) klar, den 23 Prozent der Befragten offenbar als kompetent bewerteten.

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Interessant auch: Nur zwei Minister erreichen höhere Zustimmungswerte als ihre Ampel-Vorgänger: Außenminister Johann Wadephul (CDU, 29 Prozent Zustimmung) ist deutlich beliebter als seine Vorgängerin Annalena Baerbock (Grüne, 19 Prozent). Und auch der Wechsel im Innenministerium bekommt gute Noten, Innenminister Alexander Dobrindt (CSU, 25 Prozent Zustimmung) ist deutlich beliebter als Vorgängerin Nancy Faeser (SPD, 20 Prozent Zustimmung). Von Insa befragt wurden 1001 Personen im Zeitraum vom 13. bis zum 16. Februar.

Die Sehnsucht nach dem „Mitte-Kurs wie zu Zeiten Angela Merkels“

Während die „Bild“-Zeitung in ihrem Artikel schon von einer „Kanzler-Klatsche“ für Friedrich Merz schreibt, hat das Magazin „Stern“ eine Art Ratschlag für die Christdemokraten, unterfüttert von einer Meinungsfrage, die diesmal vom Institut Forsa durchgeführt wurde. Demnach glaubt eine Mehrheit der Deutschen (54 Prozent), dass die CDU mit einem, Zitat, „Mitte-Kurs wie zu Zeiten Angela Merkels“ an den Wahlurnen besser abschneiden würde. 32 Prozent hingegen glauben, dass die Partei mit dem aktuellen, eher konservativeren Kurs unter CDU-Chef Friedrich Merz mehr Zustimmung gewinnen könne. 14 Prozent wollten sich nicht äußern.

Bei den Wählern, die nicht erst noch gewonnen werden müssen, sondern bereits CDU wählen, stößt der aktuelle Kurs des Kanzlers und Parteivorsitzenden hingegen auf breite Zustimmung. Dem Bericht zufolge stehen von ihnen 60 Prozent programmatisch an der Seite von Friedrich Merz. Nur 34 Prozent würden einen gemäßigteren „Merkel-Kurs“ bevorzugen. Für die Forsa-Erhebung befragt wurden auch hier 1001 Wahlberechtigte, im Zeitraum 12. bis 13. Februar 2026.

krott

Source: welt.de