Deutsch-Polnische Stiftung: Der neue CSU-Kandidat ist kein Schlagersänger

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Hahn, Staatsminister im Auswärtigen Amt, soll Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung werden. In einer für den 23. März anberaumten Kuratoriumssitzung wird er sich zur Wahl stellen. Das geht aus einem Einladungsschreiben hervor, das Silke Launert, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesforschungsministerium, an die Kuratoriumsmitglieder verschickte. Ihr Ministerium hat das Vorschlagsrecht.
Cornelia Pieper hätte gern weitergemacht
Deutsche wie polnische Kuratoriumsmitglieder der Stiftung, die seit 2009 deutsch-polnische Tandemforschung auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Nachwuchswissenschaftler fördert, kritisierten, dass Thalhammer nicht die nötige Qualifikation für das fordernde Ehrenamt mitbringe. Thalhammer zog seine Kandidatur schließlich zurück.
Im Einladungsschreiben für die Sitzung im März hebt Launert hervor, „für Florian Hahn stellen die deutsch-polnischen Beziehungen einen Stabilitätsanker in der Europäischen Union dar“. Als Außenpolitiker verfüge er „über langjährige internationale Erfahrung, strategische Kompetenz und ein weitreichendes Netzwerk“.
Die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung wurde 2009 von Deutschland, Polen und dem Bundesland Brandenburg aus der Taufe gehoben. Die bisherige Vorstandsvorsitzende und FDP-Politikerin Cornelia Pieper, die früher ebenfalls Staatsministerin im Auswärtigen Amt und elf Jahre als Generalkonsulin in Danzig tätig war, hatte sich bereit erklärt, die Stiftung drei weitere Jahre zu leiten. Doch dies ist vom Forschungsministerium offenbar nicht gewünscht.
Source: faz.net