Demonstranten in Kuba verwüsten Parteibüro

Miguel Díaz-Canel

Stand: 15.03.2026 • 04:19 Uhr

Proteste in Kuba sind selten. Nun hat eine Gruppe von Demonstranten ein Büro der Kommunistischen Partei gestürmt. Präsident Díaz-Canel verurteilte die Proteste, zeigte aber ein gewisses Verständnis.

Wütende Demonstranten haben in Kuba ein lokales Büro der Kommunistischen Partei verwüstet. Im Internet verbreitete Videos zeigten, wie die Protestierenden in das Parteibüro in Moron östlich von Havanna einbrechen und Akten, Computer und Möbel auf die Straße schleppen und in Brand setzen. In Kuba gibt es nur selten Proteste.

Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte die Ausschreitungen. Zugleich gestand er in einem seltenen Schritt ein, dass es Unzufriedenheit in der Bevölkerung gebe. „Man kann die Unzufriedenheit unserer Bevölkerung angesichts der anhaltenden Stromausfälle verstehen“, erklärte Díaz-Canel. „Was niemals verstanden oder gerechtfertigt werden kann, ist Gewalt.“

Regierung bestätigt Gespräche mit den USA

Der Protest habe sich laut Medienberichten gegen Stromausfälle und Versorgungsprobleme gerichtet. Der Präsident machte eine verschärfte Energieblockade der USA für die Krise verantwortlich.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte den Druck auf die Inselstaat erhöht: Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA sind wichtige Öllieferungen aus dem verbündeten Venezuela für Kuba weggebrochen. Am Freitag hatte die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur „Lösung von bilateralen Differenzen“ bekanntgegeben.

Source: tagesschau.de