„Das ist völliger Unsinn“ – Kalkofe widerspricht These von eingeschränkter Meinungsfreiheit

Komiker Oliver Kalkofe widerspricht der Behauptung einer eingeschränkten Redefreiheit. Der Einfluss von Politik und Kirche auf die Medien sei in den 70er- und 80er-Jahren wesentlich stärker gewesen. Heute beschränkten sich viele aus Angst vor Kritik selbst.

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Komiker Oliver Kalkofe widerspricht vehement der These, die Meinungsfreiheit sei heute stärker eingeschränkt als früher. „Das ist völliger Unsinn“, sagte der Sechzigjährige in einem Interview mit der deutschen Ausgabe des „Playboy“. Der Einfluss von Politik und Kirche auf die Medien sei in den siebziger und achtziger Jahren weitaus größer gewesen als heute.

Damals hätten bestimmte Dinge tatsächlich nicht gesagt werden dürfen, betonte Kalkofe. „Der Einfluss von Politik oder Kirche auf die Medien war in den 70er- und 80er-Jahren wesentlich stärker – und das ganz offen.“

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Die gegenwärtige Debatte über angeblich eingeschränkte Redefreiheit hingegen basiert nach Kalkofes Einschätzung auf einer verzerrten Wahrnehmung. Wo früher staatliche Stellen und kirchliche Institutionen direkt intervenierten, wirkten heute andere Mechanismen.

Die Furcht vor öffentlicher Kritik habe teilweise zu vorauseilender Selbstzensur geführt. „Heute hat man eher Angst vor einem sogenannten Shitstorm oder vor Kritik aus einer bestimmten Richtung. Bei vielen Institutionen und auch in manchen Medien führt das dann aus Angst und vorauseilendem Gehorsam dazu, sich selbst zu beschränken.“

Warnung vor gesellschaftlichem Rückschritt

Besonders deutlich werde die Verklärung der Vergangenheit beim Thema Gleichberechtigung, so Kalkofe. „Gerade beim Thema Gleichberechtigung war früher vieles deutlich schlimmer: der Umgang mit Ausländern, mit Homosexuellen, mit Frauen. Und das ist alles noch gar nicht so lange her“, sagte der Komiker. Diese Realitäten würden im Rückblick jedoch gern ausgeblendet.

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Manche Menschen glaubten, man müsse die Uhr nur zurückdrehen, dann werde alles wieder gut, kritisierte Kalkofe. Während der Rest der Welt sich vorwärts bewege, versuchten einige, gesellschaftliche Entwicklungen rückgängig zu machen. „Das geht meist nicht gut aus, wie wir leider gerade überall erleben können.“

säd

Source: welt.de