„Das ist ein Witz. Sie nach sich ziehen ihr Ansehen verloren“ – Trump attackiert erneut Norwegen
US-Präsident Donald Trump versucht, seinen Besitzanspruch auf Grönland mit Zöllen für Deutschland und andere Staaten durchzusetzen. Deutschland und andere EU-Länder versuchen eine gemeinsame Strategie zu finden. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos treffen die verschiedenen Akteure aufeinander.
Alle Entwicklungen rund um Grönland im Liveticker:
21:14 Uhr – „Sie werden es sehen“, sagt Trump über mögliche US-Annexion Grönlands
US-Präsident Trump wird gefragt: Wie weit sehr er bereit zu gehen, um Grönland „zu erwerben“? „Sie werden es sehen“, lautet seine Antwort.
Zuvor sprach er auch über den Ukraine-Krieg und beklagte, dass immer eine der beiden Parteien nicht für einen Frieden bereit sei. Wenn die Ukraine bereit sei, sei es Russland nicht – und umgekehrt.
21:04 Uhr – „Das ist ein Witz. Sie haben ihr Ansehen verloren“ – Trump attackiert erneut Norwegen
In einer Pressekonferenz im Weißen Haus spricht US-Präsident Trump vor seiner Reise nach Davos über sein erstes Jahr zurück im Amt. Er betritt den Presseraum mit einem Stapel Papiere im Arm, ein „Buch“ seiner Erfolge, wie er sagt. Zu Beginn spricht Trump vor allem über das Vorgehen gegen illegal eingewanderte Migranten.
Dann kritisiert er wieder Norwegen, weil er nicht den Friedensnobelpreis gewonnen hat, der vom norwegischen Nobel-Institut verliehen wird. „Lasst euch von niemandem einreden, dass Norwegen keinen Einfluss hat, okay? Es ist in Norwegen!“, sagt Trump, nachdem er die Kriege aufzählte, die er seiner Meinung nach beendet hatte. „Sie werden sagen: ‚Wir haben nichts damit zu tun.‘ Das ist ein Witz. Sie haben ihr Ansehen verloren.“
Über die Nato sagt der US-Präsident einmal mehr: Die USA würden die Nato verteidigen, aber er habe Zweifel, dass die Nato die USA verteidigen würde.
19:22 Uhr – Strack-Zimmermann: Wenn Trump bei Zöllen nicht einlenkt, „sollte man die Bazooka herausholen“
Vor dem Auftritt von US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos und dem dortigen Aufeinandertreffen mit europäischen Regierungschefs herrscht angesichts der US-Ambitionen, Grönland zu amerikanischem Staatsgebiet zu machen, große Anspannung bei deutschen Außenpolitikern. „Das wird eine ziemlich heftige Auseinandersetzung werden“, war sich die Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU-Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) im Fernsehsender phoenix sicher.
Für Europa müsse die Zeit vorbei sein, bei Trump noch Nachsicht walten zu lassen, um ihn nicht zu verärgern. Wenn Trump wegen europäischer Unterstützung für Grönland Zölle erhebe, „sollte man die Bazooka herausholen“, sprach sich Strack-Zimmermann für spürbare Gegenmaßnahmen aus. „Wenn wir es nicht tun, werden wir gefressen, und wer will schon mit jemand verhandeln, in dessen Maul wir schon sind“, nahm die FDP-Politikerin eine Aussage des früheren britischen Premiers Winston Churchill auf. Leiden würden bei Gegenzöllen die europäische Wirtschaft, vor allem aber die amerikanischen Verbraucher.
Die USA seien kein Partner mehr, auf den man sich uneingeschränkt verlassen könne. „Ab sofort werden wir in Europa allein um Sicherheit und Freiheit ringen müssen“, war Strack-Zimmermann überzeugt. Dies sei keine schöne Vorstellung, „aber es ist die Realität, und es ist Zeit, dass sie hier ankommt“. Klar sei, dass man in Europa ein profundes Interesse daran haben müsse, „eine gewisse Freundschaft“ zu den USA aufrechtzuerhalten. Doch müssten die Europäer sehr schnell in der Wirklichkeit ankommen.
19:01 Uhr – Trump: Nato wäre ohne mich „im Aschehaufen der Geschichte“
Am Vorabend seines Auftritts beim Weltwirtschaftsforum in Davos präsentiert sich US-Präsident Donald Trump erneut als Retter der Nato. Ohne ihn „gäbe es die Nato jetzt nicht“, schreibt Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. „Sie wäre im Aschehaufen der Geschichte gelandet.“ Das sei „traurig, aber wahr“.
18:42 Uhr – Dänemark bittet Nato um dauerhafte Präsenz in Grönland
Im Konflikt um Grönland und die Sicherheit in der Arktis bittet Dänemark die Nato um eine dauerhafte Präsenz auf der Insel. Vorbild dafür könnte die verstärkte Nato-Präsenz in der Ostsee und im Baltikum sein, sagte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen laut der Nachrichtenagentur Ritzau. Damit präzisierte sie einen Vorschlag, den der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt Nato-Chef Mark Rutte am Montag gemacht hatten. Bei dem Treffen in Brüssel sei „eine stärkere Nato-Strategie positiv aufgenommen“ worden, sagte Frederiksen demnach.
18:15 Uhr – Dax weiter unter Druck
Die am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen haben den deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag deutlich belastet. Für den Dax, der zum Wochenauftakt wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht war, geht die Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter.
Zum Handelsschluss sank der deutsche Leitindex um 1,03 Prozent auf 24.703,12 Punkte. In der Vorwoche hatte noch eine Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht, nun aber ist der Jahresgewinn fast wieder vollständig aufgezehrt.
16:51 Uhr – Frankreich für Aussetzung von Handelsabkommen zwischen EU und USA
Frankreich unterstützt im Streit um Grönland eine Aussetzung des Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den USA. „Die Androhung von Zöllen wird als Erpressung benutzt, um nicht zu rechtfertigende Zugeständnisse zu erhalten“, sagt Außenminister Jean-Noel Barrot im Parlament mit Blick auf die USA. Die EU-Kommission verfüge über „sehr schlagkräftige Instrumente“, um auf die Drohungen von US-Präsident Donald Trump zu reagieren.
Die EU will am Donnerstag bei einem Sondergipfel über mögliche Gegenmaßnahmen beraten. Im Raum stehen Zölle im Wert von 93 Milliarden Euro gegen die USA. Denkbar sind auch bislang nicht eingesetzte Anti-Zwangsmaßnahmen wie Investitionsbeschränkungen und die Einschränkung des Exports von US-Dienstleistungen, was vor allem auf die dominanten US-Digitalfirmen abzielen würde.
16:36 Uhr – Britische Finanzministerin ruft zur Deeskalation auf
„Wir wollen unbedingt deeskalieren“, sagt die britische Finanzministerin Rachel Reeves bei einer Veranstaltung der Agentur Bloomberg auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Die Zukunft Grönlands liegt bei den Menschen in Grönland.“
16:16 Uhr – Dänische Ministerpräsidentin: „Ich werde Grönland nicht preisgeben“
Dänemark lehnt eine Übernahme des autonomen Gebietes Grönland durch die USA weiter strikt ab. „Ich werde Grönland nicht preisgeben“, bekräftigt die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Die Regierung schlage eine dauerhaftere Präsenz in der Arktis vor. „Wir sind rund um die Uhr im Dialog mit den Verbündeten in Europa und anderswo.“
Die USA hätten schon lange von der verstärkten Präsenz in der Arktis gewusst, fügt sie hinzu. Einen Handelskrieg zwischen Verbündeten halte sie für eine sehr schlechte Idee, sagt Frederiksen mit Blick auf die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle und mögliche Gegenmaßnahmen der EU. „Aber wenn die USA Zölle erheben, müssen wir eine Antwort finden.“
15:44 Uhr – Kein G-7-Treffen am Donnerstag in Paris
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen Plan für ein G-7-Treffen mit Russland am Donnerstag in Paris aufgegeben. „Es ist kein Treffen geplant“, sagte Macron der Nachrichtenagentur AFP in Davos. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine persönliche Nachricht von Macron veröffentlicht, in der Macron ihm ein solches Treffen samt einem gemeinsamen Abendessen in Paris vorgeschlagen hatte. Im Umfeld Macrons war die Echtheit der Nachricht bestätigt worden.
Macron hatte demnach vorgeschlagen, auch Vertreter Russlands, Dänemarks und Syriens nach Paris einzuladen. Das Abendessen mit Trump wäre zeitlich mit dem in Brüssel geplanten EU-Sondergipfel zusammengefallen. Macron hatte in seiner Nachricht einen kumpelhaften Ton angeschlagen und den US-Präsidenten mit „mein Freund“ angesprochen. „Ich verstehe nicht, was Du in Grönland tust“, schrieb Macron, der Trump dann aufforderte, mit ihm zusammen „großartige Dinge“ zu tun.
15:28 Uhr – Macron: Wir werden ruhig bleiben und unsere Interessen sowie unsere Produzenten verteidigen
Macron warnt in Davos vor einer globalen Abkehr von Regeln und internationalem Recht. Die Welt erlebe einen „Wandel hin zu einer Welt ohne Regeln, in der das Völkerrecht mit Füßen getreten wird und in der das einzige Gesetz, das zu zählen scheint, das des Stärkeren ist“, sagt Macron. Sogenannte „imperiale Ambitionen“ kehrten zurück.
Er ruft mit Blick auf die von Trump angedrohten Zölle zur Ruhe auf. „Wir werden ruhig bleiben und unsere Interessen sowie unsere Produzenten verteidigen“, sagt er in Davos. Die Nato sei angesichts Trumps Plänen, Grönland zu übernehmen, zu einer „geschwächten Institution“ geworden. Er plane nicht, mit Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu sprechen, sagt Macron zudem vor der Presse.
14:55 Uhr – China kritisiert Zoll-Eskalation
„Es gibt in den Zollkriegen oder Handelskriegen keine Gewinner“, warnte der chinesische Vize-Ministerpräsident He Lifeng in Davos. Diese erhöhten nicht nur die Kosten der globalen Produktion und des Handels, sondern führten auch zu einer Zersplitterung der Weltwirtschaft.
Peking werde weiter am multilateralen Handelssystem mit der Welthandelsorganisation im Zentrum festhalten und sich für eine inklusivere, effektivere und regelbasierte internationale Wirtschaftsordnung einsetzen. China sei ein Handelspartner und kein Gegner anderer Länder.
14:52 Uhr – Bessent warnt Europäer vor Vergeltungsmaßnahmen gegen USA
US-Finanzminister Scott Bessent warnt die europäischen Staaten im Streit um Grönland vor Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA. „Ich sage allen: Lehnen Sie sich zurück. Atmen Sie tief durch. Üben Sie keine Vergeltun“, sagt er bei einem Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Er fordert die Europäer zu einer „offenen Haltung“ auf. US-Präsident Donald Trump werde am Mittwoch in Davos erwartet und „seine Botschaft übermitteln“.
14:40 Uhr – Grönlands Ministerpräsident schließt Einsatz von Gewalt nicht aus
Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen hält einen Einsatz von Militärgewalt gegen die arktische Insel nicht für sehr wahrscheinlich. Sie könne aber auch nicht ausgeschlossen werden. Grönland arbeite an einer engeren Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, fügt er hinzu.
14:27 Uhr – Umfrage: 71 Prozent halten die USA für einen Gegner
Die große Mehrheit der Deutschen sieht die USA nicht mehr als Verbündeten, sondern als Gegner. 71 Prozent geben dies im neuen RTL/ntv-Trendbarometer an. Laut Meinungsforschungsinstitut Forsa sehen nur noch 18 Prozent die USA unter Präsident Donald Trump als verlässlichen Partner für Europa. Sogar unter den Anhängern der AfD, die besonders die Nähe zu der Maga-Bewegung von Trump sucht, sehen 51 Prozent die USA eher als Gegner für Europa. Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung bei den Anhängern von Grünen (83 Prozent), Linke (82 Prozent), SPD (77 Prozent) und CDU/CSU (76 Prozent). 63 Prozent der Bundesbürger fänden es zudem richtig, wenn die Bundeswehr gemeinsam mit europäischen Partnern dauerhaft in Grönland im Einsatz wäre.
13:14 Uhr – „Das Schlimmste liegt möglicherweise noch vor uns“, warnt die dänische Ministerpräsidentin
Dänemark kann laut den Worten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nicht über Souveränität, Identität, Grenzen und Demokratie verhandeln. Das sei eine Frage der Weltordnung, sagt sie vor dem Parlament. „Das Schlimmste liegt möglicherweise noch vor uns.“ Wenn jemand einen Handelskrieg mit Europa beginne, dann werde man natürlich reagieren, erklärt Frederiksen.
12:41 Uhr – Von der Leyen warnt Trump vor Abwärtsspirale
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnt US-Präsident Trump davor, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Die von Trump angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Allliierte seien ein Fehler, sagte sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Spannungen würden nur genau denjenigen Gegnern helfen, die man möglichst von den strategischen Interessengebieten fernhalten wolle. Die EU werde deswegen entschlossen, aber mit Augenmaß reagieren.
Von der Leyen erinnerte dabei auch an das im vergangenen Juli vereinbarte Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU, das Zollobergrenzen vorsieht. „In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal“, ergänzte sie. „Wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.“
11:42 Uhr – Lawrow: Russland hat keine Pläne zur Einnahme Grönlands – USA wissen das
Russland hegt seinem Außenminister Sergej Lawrow zufolge keine Pläne zur Eroberung Grönlands. Die US-Regierung wisse das auch, sagt Lawrow vor der Presse in Moskau. Russland habe kein Interesse daran, sich in die Angelegenheiten Grönlands einzumischen, und Washington wisse, dass Moskau selbst keine Pläne habe, die Kontrolle über die Insel zu übernehmen. Es gebe auch keinerlei Bestätigung für Pläne Russlands oder Chinas, Grönland einzunehmen.
Der Außenminister fügt hinzu, dass Grönland kein „natürlicher Teil“ Dänemarks sei. Das Problem der ehemaligen Kolonialgebiete verschärfe sich zunehmend, fügt er hinzu. Die Nato solle innerhalb ihres Bündnisses eine Entscheidung über Grönland treffen.
09:48 Uhr – US-Finanzminister Scott Bessent versucht zu beschwichtigen
US-Finanzminister Scott Bessent zeigt sich zuversichtlich, dass die europäischen Regierungen die Spannungen wegen des angestrebten Kaufs Grönlands durch die USA nicht ausweiten. „Ich bin zuversichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs nicht eskalieren werden und dass dies für alle zu einem sehr guten Ergebnis führen wird“, sagt Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Es werde eine Lösung gefunden.
08:23 Uhr – Trump postet SMS-Nachrichten von Rutte & Macron
Kurz vor dem Treffen in Davos postete Trump auf Truth Social mehrere, offenbar vertrauliche SMS-Nachrichten. In der Nachricht von Nato-Generalsekretär Mark Rutte heißt es wörtlich: „Herr Präsident, lieber Donald, was Sie in Syrien erreicht haben, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Ihre Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, einen Weg für Grönland zu finden. Ich freue mich darauf, Sie zu sehen. Mit freundlichen Grüßen, Mark“
Gleichzeitig veröffentlichte Trump auch eine private Textnachricht von Emmanuel Macron, in der der französische Präsident ein G-7-Treffen zur Bewältigung des Ukraine-Krieges in Paris vorschlägt. Darin bietet Macron an, für Donnerstagnachmittag zu einem Treffen der sieben führenden westlichen Industrienationen in Paris einzuladen. Er schlug auch vor, Vertreter der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands dazu zu laden. Weiter heißt es in der Textnachricht, er verstehe nicht, was Trump „in Sachen Grönland mache“. Zudem lud Macron Trump für Donnerstag zu einem Abendessen ein.
02:23 Uhr – Merz wünscht sich abgeschwächte Reaktion von Macron auf Trump
Der Bundeskanzler will Frankreichs Präsidenten Macron davon überzeugen, seine Reaktion auf die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump, neue Handelszölle gegen europäische Verbündete zu verhängen, zu mäßigen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende berichtete, beabsichtigt Macron, die Aktivierung des sogenannten Instruments gegen Zwangsmaßnahmen der Europäischen Union zu fordern. Merz sagte hingegen am Montag, dass die stärkere Exportabhängigkeit Deutschlands bedeute, dass das Land weniger bereit sei, die schärfste Handelsgegenmaßnahme der EU einzusetzen.
„Nun ist Frankreich von den amerikanischen Zöllen in einem anderen Umfang betroffen als wir“, sagte Merz am Montag vor Journalisten in Berlin und fügte hinzu, dass er deshalb auch Verständnis dafür habe, dass die französische Regierung, dass der französische Staatspräsident „hier hin und wieder härter reagieren, als wir das wollen.“ Es werde dennoch gelingen, „eine gemeinsame Position“ zu finden, so Merz, bevor man am Donnerstag in Brüssel in den Europäischen Rat gehe, um die nächsten Schritte zu besprechen, so Merz.
01:57 Uhr – Weißes Haus bestätigt Echtheit von Trump-SMS an Norwegens Ministerpräsident
Das Weiße Haus hat die Echtheit einer Nachricht von Präsident Donald Trump bestätigt, laut der er sich nicht mehr nur dem Frieden verpflichtet fühlt. Trump sei „sich sicher, dass den Grönländern besser gedient wäre, wenn sie von den Vereinigten Staaten vor modernen Bedrohungen in der Arktisregion geschützt würden“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Anna Kelly in Washington.
01:45 Uhr – USA und Kanada schicken Flugzeuge zum Militärstützpunkt Pituffik
Flugzeuge des gemeinsamen Luftverteidigungskommandos der USA und Kanadas sollen in Kürze im Rahmen eines bereits „seit Langem geplanten“ Einsatzes in Grönland eintreffen. Die Maschinen werden auf dem US-Militärstützpunkt Pituffik landen, wie das Nordamerikanische Luftverteidigungskommando (Norad) auf X mitteilte. Dies erfolge in Abstimmung mit Dänemark und auch die grönländische Regierung sei darüber informiert worden.
Details zum Einsatz und zur Zahl der daran beteiligten Militärflugzeuge nannte Norad, das nach eigenen Angaben „routinemäßig“ Missionen zur Verteidigung Nordamerikas ausführt, zunächst nicht.
01:30 Uhr – Wirtschaftsweise fordert harte Antwort auf Zolldrohung
Der Wirtschaftsweise Martin Werding erwartet von der EU eine harte Antwort auf die Zolldrohungen Donald Trumps. Der „Rheinischen Post“ sagte Werding, alle Gegenmaßnahmen gehörten wieder auf den Tisch, die in den Diskussionen über die von Trump im vergangenen Jahr angedrohten Zölle vorbereitet worden seien. Trump lasse klar erkennen, dass es ihm in Grönland nicht um Sicherheitsinteressen gehe, sondern um Gebietsansprüche. Damit verletze er die Souveränität von Partnerländern und gefährde die Funktionsfähigkeit und damit den Fortbestand der Nato. Die Zollfrage sei dabei nur ein Nebenkriegsschauplatz, erklärte der Ökonom. Genau darum dürfe die EU in diesem Streit jedoch nicht einknicken.
Montag, 19. Januar
22:09 Uhr – „Kein Kommentar“, sagt Trump über möglichen Militäreinsatz
Donald Trump will sich nicht dazu äußern, ob er zur Übernahme Grönlands militärische Gewalt einsetzen würde. Auf die Frage, ob er Gewalt anwenden würde, um die zu Dänemark gehörende Insel in Besitz zu nehmen, antwortete Trump in einem kurzen Telefoninterview mit dem Sender NBC News: „Kein Kommentar“.
Trump hatte am Samstag angekündigt, zehn Prozent zusätzliche Einfuhrzölle auf Waren aus etlichen europäischen Ländern, darunter Deutschland, zu erheben, solange die Europäer den Kauf Grönlands durch die USA verhindern. Auf die Frage, ob er diesen Kurs durchziehen werde, sagte der US-Präsident dem Sender: „Ich werde -– 100-prozentig.“ Europa sollte sich eher auf den Ukraine-Krieg fokussieren – nicht auf Grönland, fügte der Republikaner hinzu.
21:43 Uhr – Von der Leyen verlangt bei Treffen mit US-Abgeordneten Achtung der Souveränität Grönlands
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verlangt bei einem Treffen mit US-Kongressmitgliedern am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos die Achtung der Souveränität Grönlands und Dänemarks. „Dies ist für unsere transatlantischen Beziehungen von größter Bedeutung“, erklärte von der Leyen nach der Zusammenkunft mit einer parteiübergreifenden Delegation des US-Kongresses am Montag in Onlinenetzwerken. Die EU sei weiterhin bereit, „eng mit den Vereinigten Staaten, der Nato und anderen Verbündeten sowie in enger Kooperation mit Dänemark zusammenzuarbeiten, um unsere gemeinsamen Sicherheitsinteressen voranzubringen“. Die angedrohten Strafzölle stünden „den gemeinsamen Interessen“ der EU und der USA entgegen, betonte die EU-Kommissionspräsidentin.
18:57 – Rutte: Nato will mit Dänemark und Grönland zusammenarbeiten
Die Nato will bei der Sicherheit in der Arktis weiter mit Dänemark und Grönland zusammenarbeiten. Das sagte Generalsekretär Mark Rutte. Man habe besprochen, wie wichtig die Arktis – einschließlich Grönland – für die gemeinsame Sicherheit sei und wie Dänemark seine Investitionen dafür erhöhe, schrieb Rutte auf X. „Wir werden weiter als Verbündete in diesen wichtigen Fragen zusammenarbeiten.“
18:30 Uhr – Dänemark und Grönland schlagen Nato-Mission vor
Dänemark und Grönland schlagen eine Nato-Mission für das arktische Autonomiegebiet vor. Dies sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen im Beisein der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
„Wir haben es vorgeschlagen, der Generalsekretär hat davon Kenntnis genommen und wir denken, wir können nun – hoffentlich – den Rahmen bestimmen, in dem das konkretisiert werden kann“, sagte Poulsen.
18:16 Uhr – Grönland-Demonstranten machen sich über Trumps Wahlkampfslogan lustig
Rote Baseballkappen, die sich über den Wahlkampfslogan von Donald Trump lustig machen, sind zum Symbol des Widerstands gegen seine Grönland-Pläne geworden. Däninnen und Dänen und Grönländerinnen und Grönländer tragen bei ihrem Protest gegen die Androhung Trumps, die zu Dänemark gehörende Insel Grönland einzunehmen, Kappen mit dem Schriftzug „Make America Go Away“. Das ist eine Anspielung auf Trumps Slogan „Make America Great Again“. Die Beliebtheit der „Make America Go Away“-Kopfbedeckung war unter anderem am Wochenende in Kopenhagen zu beobachten.
„Ich will meine Unterstützung für Grönland zeigen und auch zeigen, dass ich den Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht mag“, sagte der 76-jährige Kopenhagener Lars Hermansen bei einem Protest am Samstag. Die Hüte mit dem Protestslogan gegen Trump wurden von Jesper Rabe Tonnesen entworfen, dem Inhaber eines Geschäfts für Vintage-Kleidung in der dänischen Hauptstadt. Im vergangenen Jahr waren die Kappen noch ein Ladenhüter, doch nachdem Trump seine Rhetorik wegen Grönland verschärft hat, sind die Baseballkappen zunehmend häufig zu sehen.
18:10 Uhr – Kanada will Militär nach Grönland schicken
Kanada zieht Insidern zufolge die Entsendung eines kleinen Truppenkontingents für Nato-Übungen nach Grönland in Betracht. Das Militär habe der Regierung entsprechende Pläne vorgelegt und warte nun auf eine Entscheidung von Premierminister Mark Carney, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Carney muss zwischen der Solidarität mit europäischen Verbündeten und dem Verhältnis zu Donald Trump abwägen.
17:51 Uhr – Kallas: EU hat kein Interesse an Streit
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt die USA im Streit um Grönland vor der Verhängung von Strafzöllen. „Souveränität ist kein Handelsgut“, schreibt sie auf X. „Wir haben kein Interesse daran, einen Streit anzufangen, aber wir werden unsere Position behaupten.“ Europa verfüge über eine Reihe von Instrumenten, um seine Interessen zu schützen.
Die Sicherheit in der Arktis sei ein gemeinsames transatlantisches Interesse, das man mit den US-Verbündeten besprechen könne. „Aber Zolldrohungen sind nicht der richtige Weg, dies anzugehen“, fügt Kallas hinzu.
17:36 Uhr – „Ich halte das für sehr unklug“ warnt US-Finanzminister Bessent
US-Finanzminister Scott Bessent warnt die europäischen Regierungen vor Vergeltungsmaßnahmen im Streit um Grönland. „Ich halte das für sehr unklug“, sagt Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos auf die Frage nach handelspolitischen Gegenmaßnahmen. Europa solle nicht an den Absichten von US-Präsident Donald Trump zweifeln. „Ich habe mit Präsident Trump gesprochen, und es gibt offenbar viele Reaktionen“, sagt Bessent. „Ich denke, jeder sollte den Präsidenten beim Wort nehmen.“
14:32 Uhr – Merz erwartet Treffen mit Trump am Mittwoch
Im Streit um Grönland will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos direkt mit Donald Trump sprechen. „Ich will es nicht, aber wenn es nötig ist, dann werden wir natürlich auch unsere europäischen Interessen, auch unsere deutschen nationalen Interessen schützen“, sagte Merz. Es werde sicherlich eine Gelegenheit für ein Treffen geben.
dpa/Reuters/sebe/rct/nw/jra/ll/doli/jac/krott/saha
Source: welt.de