Dänischer König Frederik uff symbolträchtiger Mission in Grönland

Dänemarks König Frederik bei seinem Besuch in Grönland

Stand: 18.02.2026 20:44 Uhr

Nach der großen Krise mit den USA ist Dänemarks König Frederik nach Grönland gereist. Hier will er den Menschen nahe kommen und sich ihre Sorgen anhören. Manche hätten sich diese Geste schon früher gewünscht.

Am Flughafen von Nuuk haben sich ein paar Schaulustige versammelt und jubeln, als die kleine Maschine mit Dänemarks Staatsoberhaupt landet. In schwarzer Daunenjacke klettert Frederik X. aus dem Flugzeug und umarmt Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen und Parlamentspräsident Kim Kielsen. Auf den Besuch des Königs in der grönländischen Hauptstadt haben hier viele Menschen gewartet.

„Ich finde, er hätte wegen all der Probleme mit Donald Trump etwas früher kommen sollen“, sagt Rentner Jørn Knudsen dem Dänischen Rundfunk. Kunuk Kriegl, der in einer Schule arbeitet, findet es zwar gut, dass der König zu Besuch kommt, aber auch er ist enttäuscht, dass es erst so spät passiert. „Es wäre cooler gewesen, wenn er schon da gewesen wäre, als es richtig kritisch war, und da schon gezeigt hätte, dass er eine Meinung hat.“

Lehrerin Paornanguak Berthelsen sieht es ähnlich. „Aber besser spät als nie. Die Situation hat sich glücklicherweise inzwischen etwas entspannt, aber es gibt noch keine richtige Lösung für das Problem – daher finde ich es gut, dass er kommt.“

Zeitpunkt für Besuch kein Zufall

Das Problem – das sind die Besitzansprüche, die US-Präsident Donald Trump auf die Arktis-Insel erhoben hat. Sie gehört als autonomer Teil zum Königreich Dänemark. Anfang des Jahres hatte Trump immer wieder gedroht und auch militärische Optionen nicht ausgeschlossen. Inzwischen führen die Regierungen in Kopenhagen, Nuuk und Washington intensive Gespräche und suchen nach einer einvernehmlichen Lösung.

Dass der König mit seinem Besuch bis jetzt gewartet hat, sei also kein Zufall, betont der Königshausexperte Thomas Larsen vom Dänischen Rundfunk. Mitten in einer akuten Krise gehe das nicht, „auch, weil er äußerst vorsichtig sein muss, nicht politisch zu handeln.“ Inzwischen sei das etwas anderes, meint Larsen: „Ich würde sagen, dass die Krise zwischen Grönland, Dänemark und den Vereinigten Staaten inzwischen eingedämmt ist. Das hat gewissermaßen für König Frederik die Tür geöffnet.“

Schon Ende Januar hatte der dänische König erklärt, er sei mit seinen Gedanken beim grönländischen Volk und verfolge die Geschehnisse rund um die Insel sehr genau. Seine Reise könne nun helfen, das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Grönländern und Dänen weiter zu stärken, glaubt der dänische Königshausexperte. „Er bringt zum Ausdruck, dass er den enormen Druck versteht, unter dem die Menschen in Grönland gestanden haben. Viele haben berichtet, dass sie nachts kaum schlafen konnten. In diesem Sinne kann er eine verbindende Figur sein.“

Dritter Besuch seit Beginn der Regentschaft

Frederik gilt als großer Freund Grönlands, hat die Insel mehrfach auch privat besucht. Im Jahr 2000 nahm er drei Monate lang an einer Expedition der Sirius-Schlittenhundepatrouille im schneebedeckten Norden der Insel teil. Seit Beginn seiner Regentschaft 2024 ist es bereits der dritte Besuch des Monarchen.

Frederik will nah bei den Menschen sein, das wird direkt zu Beginn deutlich. Am Hafen begrüßt er eine Gruppe Kindergartenkinder mit gelben Pappkronen, anschließend besucht er ein Gymnasium und spricht mit Jugendlichen. Gleich mehrfach sind während seines dreitägigen Besuches Kaffeetafeln mit Bürgerinnen und Bürgern geplant.

„Mein Programm hat gut begonnen“, betont der König in einem ersten Statement vor Medienvertretern. „Ich freue mich, von den Jugendlichen zu erfahren, wie sie ihr Land gerade sehen. Es ist gutes Wetter und ich will einfach sagen, dass es schön ist, wieder hier in Grönland zu sein.“

Frederiks Ziel: Beistand vermitteln

Wie er den Druck durch die USA in den vergangenen Monaten empfunden habe, will ein dänischer Reporter wissen. Darauf reagiert Frederik mit einer diplomatischen Antwort: „Ich kann nur sagen, dass das grönländische Volk weiß, wie sehr es mir am Herzen liegt.“

Bis Freitag wird der dänische König auf der Insel bleiben. Er reist unter anderem in das etwas weiter nördlich gelegene Kangerlussuaq. Dort ist ein Besuch in einem Ausbildungszentrum der dänischen Streitkräfte geplant. Mit seinem Besuch will Frederik der Zehnte aber vor allem eines zeigen: dass Grönland in dieser Krise nicht alleine steht.

Source: tagesschau.de