Christian Ulmen äußert sich erstmals ausführlicher zu den Vorwürfen gegen ihn
Die Schauspielerin Collien Fernandes war vergangene Woche mit Vorwürfen der digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann an die Öffentlichkeit gegangen. Nun äußert er sich erstmals über seinen Anwalt.
Am Freitagabend äußert sich Christian Ulmen über seinen Anwalt Christian Scherz erstmals ausführlicher zu den Vorwürfen, die seine Ex-Frau Collien Fernandes vergangene Woche im „Spiegel“ erhob. Fernandes warf dem Komiker und Schauspieler vor, über Jahre hinweg in sozialen Netzwerken täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt und darüber „Hunderte von Männern“ kontaktiert zu haben. Ulmen soll sich dem Magazin zufolge als Fernandes ausgegeben und mit einigen Männern sexuelle Gespräche geführt haben. Sie sprach von einer „digitalen Vergewaltigung“. Außerdem warf sie ihm vor, dass es körperliche Auseinandersetzungen gegeben habe. In einem ersten Schreiben ließ Ulmen über seinen Anwalt damals nur vage mitteilen, dass es sich um „unwahre Tatsachen“ handeln würde.
In einem neuen Schreiben, was WELT vorliegt, äußert sich Ulmens Anwalt nun ausführlicher. „Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“, heißt es dort. „Entsprechende Darstellungen sind falsch.“ Tatsächlich hat das der „Spiegel“ in seiner Recherche auch nicht behauptet. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass es KI-generierte pornografische Darstellungen von Fernandes geben würde. In der Folgeberichterstattung hatten einige Medien berichtet, dass diese möglicherweise auch von Ulmen angefertigt oder verbreitet wurden.
Ebenfalls äußert sich Ulmen über seinen Anwalt zu den Gewaltvorwürfen. „Es kam zu keinerlei einseitigen Gewalthandlungen und/oder Bedrohungen unseres Mandanten“, schreibt die Kanzlei. Weiter: „Hierzu ist festzustellen, dass auch Frau Fernandes im Zuge desselben Geschehens durch die spanische Polizei nachweislich wegen körperlicher Gewalt an unserem Mandanten, der eine Verletzung am Hals aufwies, vorübergehend festgenommen worden war. Die Polizei, dies ist eindeutig belegt, ging insofern von beidseitigen Verfehlungen aus.“ Daraus schließe man, dass „Kernpunkte der Berichterstattung über unseren Mandanten (…) nachweislich unvollständig und falsch seien.
Bemerkenswert: Laut der Kanzlei würden die Ermittlungen in Spanien gegen Ulmen vorerst auf Eis legen. Wörtlich heißt es: „Heute hat das spanische Gericht zudem mitgeteilt, dass das Verfahren in Spanien ausgesetzt wurde, da es an einer wesentlichen qualifizierten Voraussetzung für die Fortsetzung des Verfahrens fehlt. Frau Fernandes hat insofern die erforderliche Voraussetzung, eine Erklärung vor einem spanischen Notar abzugeben, nicht erfüllt. Auch sämtliche Ermittlungshandlungen sind damit ausgesetzt.“
Fernandes reagierte noch am Freitagabend via Instagram auf die Verletzungsvorwürfe: „Oh mein Gott! Ich glaube es nicht! Er hatte einen kleinen Kratzer am Hals (weil mir ein Nagel eingerissen war) und hat selbst der Polizei gegenüber geäußert, dass ich ihm keinerlei Gewalt angetan habe. Und nun wird von einer Verletzung am Hals geschrieben, während ich am ganzen Körper blaue Flecken hatte, dies ist nachweislich dokumentiert. Wahnsinn!!“
Die Vorwürfe, dass Ulmen Fakeprofile seiner Frau erstellt und mit diesen auch Menschen aus ihren beruflichen und privaten Bekanntenkreis angeschrieben habe, um seine Frau auf diese Weise zu demütigen, wird in dem Schreiben nicht bestritten.
Der 50-jährige Ulmen und die 44-jährige Fernandes waren seit 2011 ein Paar, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter. Die Veröffentlichungen im „Spiegel“ führten in Deutschland in der Politik zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen.
ds
Source: welt.de