Chile: Rechtspopulist Kast kündigt Vorgehen gegen irreguläre Migration an
Der Rechtspolitiker José Antonio Kast hat als neuer chilenischer Präsident die Regierungsgeschäfte in dem südamerikanischen Land übernommen. Er legte im Kongress in der Stadt Valparaíso seinen Amtseid ab. Der 60 Jahre alte neunfache Vater und strenggläubige Katholik tritt die Nachfolge des linken Staatschefs Gabriel Boric an. Er will in seiner vierjährigen Amtszeit konsequent gegen die Kriminalität und die irreguläre Migration vorgehen.
Mit seinem Wahlsieg im Dezember setzte Kast den jüngsten Rechtsruck in der Region fort. Auch in Ländern wie Argentinien, Bolivien, El Salvador und Ecuador haben sich die Bürger in den vergangenen Jahren für rechtsgerichtete Präsidenten entschieden.
Kast stammt aus einer einflussreichen Familie. Mehrere seiner Geschwister waren wie er Abgeordnete oder Senatoren, ein Bruder diente während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet als Präsident der Zentralbank.
Kasts Vater war im Dritten Reich Wehrmachtsoffizier
Kasts Vater – ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier und NSDAP-Mitglied – war nach dem Zweiten Weltkrieg nach Chile ausgewandert und hatte eine Fabrik für Fleisch- und Wurstwaren gegründet.
Kast steht für eine konservative Gesellschaftspolitik. Die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und mehr Rechte für die Mitglieder indigener Völker lehnt er zum Beispiel ab. Der konservative Politiker relativierte auch die Verbrechen der Militärdiktatur und sagte etwa im Wahlkampf 2021: „Wenn Pinochet noch lebte, würde er mich wählen.“ Zuletzt mäßigte er seinen Ton allerdings und wurde dadurch für breitere Schichten wählbar.