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Reederei MSC nimmt keine Buchungen für den Nahen Osten mehr an

Die weltweit größte Containerreederei MSC mit Sitz in Genf hat angesichts der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten sämtliche Buchungen für Frachttransporte in die Region bis auf Weiteres ausgesetzt. Zudem habe das Unternehmen Schiffe im Golfgebiet sowie auf dem Weg dorthin angewiesen, sichere Schutzräume anzusteuern, teilte die Mediterranean Shipping Company (MSC) am Sonntag mit.

Die Sicherheit der Besatzungen habe oberste Priorität, schrieb MSC. Die Lage werde laufend beobachtet, und man arbeite mit den zuständigen Behörden zusammen, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten. Buchungen für den Nahen Osten sollen wieder aufgenommen werden, sobald sich die Sicherheitslage verbessere. Kunden würden informiert, falls alternative Häfen für das Entladen von Fracht bestimmt würden, sollte die Situation weitere operative Anpassungen erfordern.

Hintergrund der Maßnahmen sind Einschränkungen für den Schiffsverkehr in den strategisch wichtigen Meerengen von Hormus und Bab al-Mandab, die zentrale Routen für den globalen Handel zwischen Europa und Asien darstellen. Die Reederei betreibt aktuell knapp 1000 Containerschiffe und beschäftigt über 200.000 Personen.

Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd kündigte an, ihren IMX-Containerdienst, der Indien und den Nahen Osten über das Kap der Guten Hoffnung mit dem Mittelmeer verbindet, aufgrund der Sicherheitslage umzuleiten. Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage im Nahen Osten infolge des eskalierenden militärischen Konflikts habe man in enger Abstimmung mit den Sicherheitspartnern beschlossen, künftige Trans-Suez-Fahrten durch die Straße von Bab el-Mandeb vorerst auszusetzen, erklärte das Unternehmen auf seiner Website. 

Zudem kündigte Hapag-Lloyd wegen der Eskalation in Nahost einen „Kriegsrisikozuschlag“ an. Der „War Risk Surcharge“ betrage 1500 Dollar pro Standardcontainer und 3500 Dollar pro Kühlcontainer und Spezialausrüstung, teilt das Unternehmen auf seiner Website mit. Diese würden für Fracht von und nach dem oberen Golf, dem Arabischen Golf und dem Persischen Golf fällig. „Die dynamische Lage rund um die Straße von Hormus und die notwendigen operativen Anpassungen führen zu Störungen im gesamten Netzwerk, die sich auf die Fahrpläne und die Bereitstellung von Ausrüstung auswirken werden“, heißt es zur Begründung. „Dieser Zuschlag gilt für alle Buchungen, die am oder ​nach dem 2. März 2026 ausgestellt wurden und noch nicht versandt wurden, sowie für Fracht, die sich bereits auf dem Wasser befindet, aber noch nicht entladen oder in den/aus dem oberen Golf, den Persischen Golf und den Arabischen Golf geladen wurde“, so Hapag Lloyd.