Bundeswehr: Aktive Truppe laut Boris Pistorius so weitläufig wie seit dieser Zeit zwölf Jahren nicht
In der Bundeswehr dienen derzeit 184.200 Soldatinnen und Soldaten in der aktiven Truppe. Damit ist die Zahl erstmals seit Jahren deutlich gewachsen. Zum Vergleich: Ende 2025 waren es noch rund 3.000 Männer und Frauen weniger. „Wir haben das beste Einstellungsergebnis seit Aussetzung der Wehrpflicht. Außerdem ist die aktive Truppe so groß wie seit zwölf Jahren nicht mehr“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Besonders der freiwillige Wehrdienst gewinnt demnach an Bedeutung: Immer mehr junge Menschen entscheiden sich, für eine begrenzte Zeit bei der Bundeswehr zu dienen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Freiwilligen laut Verteidigungsministerium auf 12.200 – nach 10.300 im Jahr 2024. Das ist ein Anstieg von mehr als 18 Prozent. Das selbstgesteckte Ziel von 15.000 wurde damit noch nicht erreicht. Für dieses Jahr plant die Bundeswehr, die Zahl der freiwillig Dienstleistenden auf 20.000 zu erhöhen.
Pistorius bezeichnete die wachsenden Personalzahlen als Zeichen für das große Vertrauen in die Bundeswehr. „Die Bereitschaft der jungen Menschen, sich für die äußere Sicherheit Deutschlands einzusetzen, steigt.“ Der Minister sagte, er sei optimistisch gestimmt, dass sich auch 2026 viele motivierte und engagierte Männer und Frauen für die Bundeswehr entscheiden würden – ob zivil oder militärisch, ob im neuen Wehrdienst oder länger dienend.
Das Ziel sind 260.000 Männer und Frauen
Die Bundeswehr hatte in den vergangenen Jahren trotz umfangreicher Werbekampagnen mit sinkenden oder stagnierenden Personalzahlen zu kämpfen. So war im Jahr 2024 die Zahl der Soldaten trotz mehr Einstellungen erneut leicht auf rund 181.150 Soldatinnen und Soldaten in der aktiven Truppe gesunken.
Um die neuen Nato-Ziele erfüllen zu können, muss die Bundeswehr aber kräftig wachsen. So soll die aktive Truppe bis Mitte der 30er Jahre auf 260.000 Männer und Frauen vergrößert werden. Zudem soll es 200.000 Soldaten in der Reserve geben. Diese Reserve soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, für den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen da sind.