BSW-Abgeordnete bestätigt Kontakt zu prorussischem Geschäftsmann und mutmaßlichem FSB-Mitarbeiter

Die BSW-Europaabgeordnete Ruth Firmenich hat einem Medienbericht zufolge Kontakte zu einem prorussischen Geschäftsmann eingeräumt, den die USA und die EU wegen Kremlpropaganda auf Sanktionslisten gesetzt haben. Dieser habe bei der Organisation ihrer Russlandreise im Mai geholfen, zitiert das Portal „t-online“ aus einer Stellungnahme Firmenichs. Es geht dabei um den aus der Ukraine stammenden Oleg Woloschin (englische Schreibweise: Voloshin) und dessen Frau Nadia.

„Ich habe Herrn Voloshin in Moskau zum ersten Mal getroffen, er war bei der Terminorganisation unseres Programms ein Ansprechpartner“, zitiert das Portal aus Firmenichs Stellungnahme. „Seine Frau Nadia hat uns bei der Organisation der Karten für das Bolschoi-Theater geholfen, die Karten haben wir selbst bezahlt. Ich habe seit der Reise keinen weiteren Kontakt zu beiden gehabt.“

Sanktionen wegen Kreml-Propaganda

Woloschin war 2022 von den USA sanktioniert worden und zusammen mit dem prorussischen Ukrainer Viktor Medwedtschuk im Mai in die EU-Sanktionsliste aufgenommen worden. Beide sollen zur Verbreitung prorussischer Propaganda beigetragen haben. Die USA warfen Woloschin vor, für den russischen Geheimdienst FSB gearbeitet zu haben – er selbst bezeichnet sich als ukrainisch-oppositionellen Politologen. Medwedtschuk wird die geheime Finanzierung des Medienkanals „Voice of Europe“ vorgehalten. Die Plattform ist ebenfalls mit EU-Sanktionen belegt.

Bei „Voice of Europe“ (golos.eu) waren unter anderem Interviews mit den AfD-Politikern Petr Bystron und Maximilian Krah erschienen. Wegen möglicher Geldflüsse hatte die Staatsanwaltschaft in München im Falle Bystron Vorermittlungen eingeleitet.

Reise zum Jahrestag des Kriegsendes

Die BSW-Abgeordnete Firmenich hatte ihre Moskau-Reise gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Michael von der Schulenburg im Mai selbst bekannt gemacht. Sie wollten dort an den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland 1945 teilnehmen, wie sie mitteilten.

Zuletzt hatte die AfD wieder mit einer Russland-Reise von Abgeordneten Schlagzeilen gemacht. Der sächsische AfD-Landeschef Jörg Urban, der AfD-Europaabgeordnete Hans Neuhoff und der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré hatten am Wochenende eine politikwissenschaftliche Konferenz im Schwarzmeer-Ort Sotschi besucht und dort Reden gehalten. Parteichefin Alice Weidel hatte die Reise kritisiert.

Source: welt.de