Britische Königsfamilie: Ein Prinz weniger im britischen Königshaus
Der britische König Charles hat seinem Bruder Andrew alle Titel entzogen. Künftig soll er nur noch als Mister Andrew Mountbatten-Windsor auftreten. Auch seine royale Residenz muss er verlassen. Grund für den Schritt: die anhaltenden Missbrauchsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal. Andrew soll Virginia Giuffre, eines der bekanntesten Opfer, als Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht haben. Die Vorwürfe wurden bereits 2015 öffentlich, jetzt wurde die Kritik lauter. Im Oktober tauchten E-Mails auf, die zeigen, dass Andrew deutlich länger Kontakt zu Epstein hatte, als er bisher eingeräumt hatte. Jochen Bittner, ZEIT-Auslandskorrespondent in London, ordnet ein, wie konsequent Charles‘ Entscheidung wirklich ist und welche Konsequenzen durch Strafverfolgungsbehörden noch folgen könnten.
Außenminister Johann Wadephul ist auf Nahostreise. Seine Stationen bislang: Jordanien, Syrien und Libanon. Dort forderte er heute die zügige Entwaffnung der Hisbollah. Für einen dauerhaften Frieden müsse die vom Iran unterstützte Miliz bis Jahresende ihre Waffen niederlegen. Diesem Zeitplan hat die Hisbollah allerdings nie zugestimmt. Gestern zeigte er sich in Syrien in einem Vorort von Damaskus tief erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung durch den syrischen Bürgerkrieg. Eine kurzfristige Rückkehr von Geflüchteten sei deshalb nur sehr eingeschränkt möglich, so Wadephul. Außerdem kündigte er humanitäre Hilfen für Syrien, Jordanien und den Libanon in Höhe von 52,6 Millionen Euro an. Paul Middelhoff aus dem Politikressort ist mit vor Ort und erklärt, welche Ziele Wadephul auf der Reise verfolgt.
Außerdem
im Update: In der Karibik sind durch Hurrikan Melissa mindestens 50 Menschen gestorben, weitere werden vermisst. Vor allem
Jamaika, Kuba und Haiti wurden schwer von Sturmfluten getroffen. Erste
Schätzungen sprechen von einem Gesamtschaden von 50 Milliarden US-Dollar.
Chinas Staatschef Xi Jinping hat auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) vor wachsenden Risiken für globale Lieferketten gewarnt. Beobachter sehen China zunehmend als strategischen Player mit Einfluss auf kritische Materialien wie Seltene Erden, die für Europas Industrien wichtig sind.
Zwei Tage nach der Wahl in den Niederlanden steht der Wahlsieger fest: die linksliberale D66. Nach vorläufigen Wahlergebnissen liegt sie vor der rechtspopulistischen PVV von Geert Wilders.
Und sonst so? Flaschenpost aus der Vergangenheit.
Moderation und Produktion: Erica Zingher
Redaktion: Moses Fendel, Jannis Carmesin
Mitarbeit: Maximilian Renzikowski
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