Brandenburg: SPD beendet Koalition mit BSW in Brandenburg



Anna-Lena Schlitt
Anna-Lena Schlitt

Crumbach distanziert sich von BSW

Der frühere BSW-Landeschef Robert Crumbach hat seinen Wechsel in die SPD verteidigt. „Die Partei, die ich in Brandenburg mitgegründet habe, die Partei, deren erster Landesvorsitzender ich war, ist nicht mehr das BSW von heute“, sagte Crumbach vor Journalisten. „Das sind zwei völlig unterschiedliche Parteien“, sagte er.

Johanna Sethe
Johanna Sethe

Woidke kündigt Koalitionsgespräche mit CDU an 

Regierungschef Dietmar Woidke hat Gespräche mit der CDU für eine mögliche Koalition angekündigt. Inhaltliche Erwartungen an die Gespräche formulierte er dabei jedoch nicht, noch hätten keine Gespräche stattgefunden. Sein Ziel sei es „möglichst schnell, aber auch mit der nötigen Sorgfalt zu einer demokratischen Mehrheit“ zu kommen.

Schon bei den Koalitionsverhandlungen im Jahr 2024 sei das BSW nicht sein favorisierter Koalitionspartner gewesen, sagte Woidke. Die CDU habe infolge der Brandenburger Wahl damals den Verhandlungstisch verlassen, weil eine Koalition aus SPD und CDU zu dem Zeitpunkt keine Mehrheit gehabt hätte. Diese Situation habe sich nun „grundsätzlich geändert“, sagte Woidke. 

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Woidke macht BSW-Fraktion für Koalitionsbruch verantwortlich

Für Ministerpräsident Dietmar Woidke ist klar, dass der parteiinterne Streit des BSW zum Scheitern der Koalition geführt hat. „Es gab keinen inhaltlichen Streit, nicht zwischen den Parteien wurde hier gestritten, sondern innerhalb des BSW. Mit dem toxischen Ergebnis, das wir hier betrachten können“, sagte Woidke mit lauter Stimme.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Robert Crumbach
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Robert Crumbach. Liesa Johannssen/REUTERS

Johanna Sethe
Johanna Sethe

Crumbach dankt Woidke für bisherige Zusammenarbeit

Der bisher zum BSW gehörende Finanzminister Robert Crumbach hat die bisherigen Erfolge der Koalition hervorgehoben. Crumbach dankte Regierungschef Dietmar Woidke für das Vertrauen in der bisherigen Zusammenarbeit von BSW und SPD.

Bis zur Sommerpause sei die Regierungsarbeit produktiv gewesen. Crumbach hob etwa Erfolge im Bereich des Bürokratieabbaus hervor. Er äußerte sich außerdem zuversichtlich, dass die Regierung in den kommenden Monaten weiter funktionsfähig arbeiten werde.

Crumbach hatte am Montag seinen Austritt aus dem BSW und dessen Landtagsfraktion angekündigt und wurde bereits in die SPD-Fraktion aufgenommen.

Robert Crumbach (BSW) ist Brandenburgs Minister der Finanzen und für Europa.
Robert Crumbach (BSW) ist Brandenburgs Minister der Finanzen und für Europa. dpa-Bildfunk

Leon Ginzel
Leon Ginzel

„Zusammenarbeit mit BSW ist beendet“

SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke hat die Zusammenarbeit mit dem BSW für beendet erklärt. Die Regierungsfähigkeit sieht er aber weiter gegeben. „Die Ministerinnen und Minister bleiben weiter im Amt“, sagte Woidke vor Journalisten.

Woidke will nun vorerst mit einer Minderheitsregierung weiter regieren. Zeitnah werde es zudem keine Sondierungsgespräche mit der CDU geben. „Nicht in den nächsten Tagen“, sagte Woidke. Eine Koalition aus SPD und CDU wird jedoch als mögliche neue Regierungskoalition in Brandenburg diskutiert.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), im Hintergrund Finanzminister Robert Crumbach
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), im Hintergrund Finanzminister Robert Crumbach. Liesa Johannssen/REUTERS

Johanna Sethe
Johanna Sethe

AfD-Chefin Weidel fordert Neuwahl in Brandenburg

Nach dem Verlust der parlamentarischen Mehrheit der Koalition aus SPD und BSW in Brandenburg hat AfD-Chefin Alice Weidel eine Neuwahl gefordert. Das aus ihrer Sicht entstandene Regierungschaos könne als „logische Konsequenz“ nur Neuwahlen haben, schrieb die AfD-Politikerin auf X.

Von einer Neuwahl könnte die AfD profitieren, die laut einer Anfang Dezember veröffentlichten Wahlumfrage des rbb mit 35 Prozent zuletzt die Partei mit dem stärksten Zuspruch in Brandenburg war. Alternativ zu Neuwahlen gilt auch ein Koalitionswechsel als möglich. Nach dem Übertritt von Vize-Ministerpräsident Robert Crumbach vom BSW zur SPD hätte ein Bündnis aus SPD und CDU eine knappe Mehrheit im Landtag.

Afd-Chefin Alice Weidel
Afd-Chefin Alice Weidel. Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Ministerpräsident Woidke kündigt Statement an

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der bisher zum BSW gehörende Finanzminister Robert Crumbach geben um 11 Uhr eine gemeinsame Pressekonferenz. Es gehe um ein „Statement zur aktuellen politischen Lage“, teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Einzelheiten wurden nicht genannt. 

Isabelle Daniel
Isabelle Daniel

Zwei weitere Abgeordnete verlassen BSW-Fraktion

Nach Finanzminister Robert Crumbach haben auch die bereits parteilosen Abgeordneten Jouleen Gruhn und André von Ossowski die BSW-Fraktion im Brandenburger Landtag verlassen. Damit hat die BSW-Fraktion nur noch elf Mitglieder. 

Isabelle Daniel
Isabelle Daniel

SPD nimmt Crumbach in Landtagsfraktion auf

Brandenburgs Finanzminister Robert Crumbach ist nach der Ankündigung seines Austritts aus dem BSW in die SPD-Landtagsfraktion aufgenommen worden. Dies sei einstimmig geschehen, teilte SPD-Fraktionschef Björn Lüttmann in Potsdam mit. „Dieses Votum ist Ausdruck von Vertrauen und Respekt vor seiner Arbeit und seiner Haltung.“ Die SPD-Fraktion trifft sich am Mittag zu einer Sitzung. 

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Regierungskrise in Brandenburg spitzt sich zu

Die Koalition in Brandenburg aus SPD und BSW droht zu zerbrechen. Am Montag hatte Finanzminister Robert Crumbach seinen Austritt aus dem BSW angekündigt. Er ist auch stellvertretender Ministerpräsident. Vorangegangen waren monatelange parteiinterne Konflikte innerhalb des BSW um den Kurs der Partei und ihre Rolle innerhalb der gemeinsamen Landesregierung unter Regierungschef Dietmar Woidke (SPD).

Damit ist die Koalitionskrise in dem Bundesland endgültig eskaliert. Es ist unklar, wie es mit der bundesweit einzigen Landesregierung aus SPD und BSW weitergeht. Das Bündnis regiert seit Dezember 2024 in Brandenburg zusammen und hatte zuletzt nur eine Mehrheit von zwei Stimmen.

In diesem Liveblog halten wir Sie über alle Entwicklungen zur politischen Lage in Brandenburg auf dem Laufenden.