Bosnische Serbenrepublik: Dodik verdankt seinen Erfolg einer eigenartigen Allianz

Milorad Dodik durfte bei der Präsidentenwahl in der bosnischen Serbenrepu­blik nicht kandidieren. Dennoch ist der Mann, der in diesem Teil Bosnien-Hercegovinas seit zwei Jahrzehnten in verschiedenen Ämtern die Strippen zieht, daraus als Sieger hervorgegangen. Geholfen hat ihm dabei eine eigenartige Allianz aus Russland und den Vereinigten Staaten.

Das einfache Kalkül des Kremls

Moskau unterstützt Dodik seit Langem. Das Kalkül des Kremls ist einfach – jenseits aller Rhetorik über die angebliche Verbundenheit von Russen und Serben.

Mit seinen regelmäßigen Ankündigungen, den Rahmen des Dayton-Friedensabkommens von 1995 zu sprengen, ist Dodik ein Unsicherheitsfaktor auf dem Balkan, damit ein Kopfschmerz für die EU und folglich von Nutzen für das Putin-Regime.

Was die Vereinigten Staaten dazu bewogen hat, Ende Oktober die Sanktionen gegen Dodik und einige seiner engsten Mitstreiter aufzuheben, ist dagegen schwer zu durchschauen. War es dessen Lobbyarbeit in Trumps Umgebung, in der es eine Neigung gibt, Einflüsterungen autoritärer Machthaber mit korrupten Neigungen Gehör zu schenken?

Bei dieser US-Regierung fällt es jedenfalls schwer, eine langfristige Strategie zu vermuten. Und so gilt festzuhalten: Die Versuche der internationalen Gemeinschaft, Dodik einzuhegen, haben einen Rückschlag erlitten.

Source: faz.net