Bill und Hillary Clinton sagen vor US-Kongress zum Fall Epstein aus
Das Ehepaar Clinton wird vor einem Kongress-Ausschuss zum Fall Epstein aussagen. Im Gegensatz zu anderen Anhörungen wird diese nicht öffentlich übertragen. Hillary Clinton wirft den Republikanern Vertuschung vor.
Wer vor einen Kongress-Ausschuss zum Fall Epstein vorgeladen wird, braucht ein dickes Fell. Man muss sich einer Flut an Fragen stellen und das oft über Stunden. Auch FBI-Chef Kash Patel, Justizministerin Pam Bondi und auch Handelsminister Howard Lutnick haben bereits ausgesagt. Patel und Bondi sprachen vor einem Justizausschuss im Repräsentantenhaus. Howard Lutnick eher spontan während einer Sitzung eines Senats-Komitees. Die Anhörungen wurden jeweils live im Internet übertragen.
Nun also sollen Bill und Hillary Clinton über ihre Verbindungen zu Epstein Auskunft geben. Der Ex-Präsident und die ehemalige Außenministerin sind vom Ausschuss des Repräsentantenhauses vorgeladen worden. Jenes Gremium, das sich umfassend mit der Aufklärung des Sexskandals befassen will.
„Wir haben nichts zu verbergen“
Zuerst ist Hillary dran, einen Tag später Bill. Allerdings: Die beiden kommen dazu nicht in den Kongress, sondern befinden sich in der Nähe ihres Wohnorts in Upstate New York. Und: Das Ganze ist auch nicht öffentlich. Das ist nur einer von mehreren Punkten, der die Clintons im Vorfeld verärgert hat.
Hillary Clinton im Interview mit der BBC: „Wir werden kommen. Aber eine öffentliche Anhörung wäre besser, denn wir wollen, dass jeder alle Fakten kennt. Ich würde das lieber bei einer öffentlichen Anhörung machen, sodass jeder es in Echtzeit mitbekommt. Wir haben nicht zu verbergen.“
Clinton spricht von „abgekartetem Spiel“
Über Monate hatte es Probleme gegeben. Die Anhörung sollte bereits im vergangenen Oktober stattfinden. Doch die Clintons baten um Verschiebung wegen Terminproblemen und ließen neue Termine verstreichen. Der Ausschuss hatte daraufhin ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses eingeleitet. Schließlich stimmten die Clintons einer nicht öffentlichen Anhörung zu.
Für Hillary ist jedoch klar, das Ganze sei ein von den Republikanern abgekartetes Spiel: „Der Vorsitzende des Ausschusses, ein Republikaner, versucht, Präsident Trump zu schützen. Da läuft etwas in dieser Richtung. Sie wissen es. Ich weiß es.“
Comer: Clintons wollen ablenken
Der Ausschuss-Vorsitzende ist der Republikaner James Comer. Er erklärte, die einzige Aufgabe des Komitees sei es, Transparenz herzustellen. Es gehe um Respekt den Opfern gegenüber, um Aufklärung, dort, wo jahrzehntelang Strafverfolgungsbehörden versagt hätten. Und zu der Anhörung der Clintons sagte er: „Ich glaube, dass die Clintons ablenken wollen mit ihrem Problem, dass es hinter verschlossenen Türen stattfinden soll. Wir sprechen grundsätzlich mit jedem, der neue Informationen haben könnte.“
Auch wenn die Öffentlichkeit großes Interesse an den beiden Clinton-Anhörungen zeigt, viel erfahren wird man womöglich nicht. Es ist weder klar, wann der Ausschuss etwas dazu veröffentlicht, noch ist bekannt, ob es nur eine Abschrift oder ein neues Online-Video in Sachen Epstein gibt.
Source: tagesschau.de