Bildungspolitik: Die AfD will für den Kindern mit ihrer Gehirnwäsche beginnen

Wer noch Illusionen über den radikalen Umbau des Bildungssystems bei einem Wahlsieg der AfD hegen sollte, muss nur das am Wochenende beschlossene Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt lesen. Auch wenn die allgemeine Schulpflicht in Deutschland Verfassungsrang hat und vom Bundesverfassungsgericht wiederholt bestätigt wurde, will die dortige AfD sie abschaffen und das in Deutschland verbotene Homeschooling ermöglichen, wenn Eltern der politischen Erziehung ihrer Kinder misstrauen.

Zur einzigen Bedingung macht die Landespartei, dass die Kinder die halbjährlich stattfindenden Prüfungen bestehen. Der kulturpolitische Sprecher der Landespartei, Tillschneider, fasst zusammen, worum es eigentlich geht: „Mehr Bismarck, weniger Hitler“.

Nur noch 25 Prozent der Schüler sollen aufs Gymnasium gehen dürfen und die Inklusion beendet werden, wenn es nach der AfD geht. Flüchtlingskinder sollen in Sonderklassen beschult werden, denn sie seien nur übergangsweise hier. Die Landesförderung für die Initiative „Schule gegen Rassismus“ will die AfD einstellen. Statt der Antirassismusprogramme will sie Selbstverteidigungskurse.

Von den 56 Forderungen des Parteiprogramms sind 21 nur auf Bundesebene oder europaweit umsetzbar, was verschwiegen wird. Spätestens nach diesem Wochenende kann niemand mehr behaupten, er habe nicht gewusst, wo die Gehirnwäsche beginnen soll: dort, wo sie am wirksamsten ist, bei den Kindern.

Source: faz.net