Bilanz: H&M: Umsatz sinkt im ersten Quartal – Gewinn legt spürbar zu

Die H&M Group musste im ersten Quartal ein leichtes Umsatzminus hinnehmen, konnte den Gewinn aber steigern.

Die H&M Group ist verhalten ins Jahr gestartet. Während die Erlöse währungsbereinigt leicht rückläufig sind, verbessert sich die Profitabilität deutlich. Welche Faktoren dahinterstecken – und warum der Konzern dennoch vorsichtig bleibt.

Der schwedische Modekonzern H&M hat im ersten Quartal 2026 (1. Dezember 2025 bis 28. Februar 2026) einen Umsatzrückgang verzeichnet, gleichzeitig aber seine Profitabilität spürbar gesteigert. Die Entwicklung ist stark von Währungseffekten, einer geringeren Store-Zahl und einem zurückhaltenden Konsumumfeld geprägt.

Umsatz unter Vorjahr – Währungseffekt belastet

Der Nettoumsatz ist um 10% auf 49,61 Mrd. Schwedische Kronen (4,58 Mrd. Euro) gesunken. Währungsbereinigt haben die Erlöse um 1% nachgegeben. Belastet worden sei das Geschäft insbesondere durch negative Währungseffekte infolge der Aufwertung der schwedischen Krone, die den Umsatz um mehr als 9 Prozentpunkte reduziert hätten. Zudem lag die Zahl der Filialen zum Quartalsende rund 4% unter Vorjahr. Auch strukturelle Maßnahmen hätten sich kurzfristig dämpfend ausgewirkt: Die laufende Optimierung des Filialnetzes mit Schließungen und Umbauten habe den Umsatz im ersten Quartal belastet.

Deutlicher Gewinnanstieg durch Kostendisziplin

Trotz rückläufiger Erlöse hat H&M seine operative Profitabilität deutlich verbessert. Das operative Ergebnis ist um 26% gestiegen. Die operative Marge erhöhte sich auf 3,0% nach 2,2% im Vorjahr. Als wesentliche Treiber nennt das Unternehmen eine verbesserte Bruttomarge sowie eine konsequente Kostenkontrolle. Die Bruttomarge ist auf 50,7% gestiegen, nachdem sie im Vorjahresquartal noch bei 49,1% lag. Auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten konnten gesenkt werden. In lokaler Währung sind sie um 1% zurückgegangen, in Berichtswährung um 9%.

Lagerbestände deutlich reduziert

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Effizienz im Warenmanagement. Die Lagerbestände sind um 16% auf 34,61 Mrd. Kronen gesunken. Währungsbereinigt entspricht dies einem Rückgang von 5%. Der Konzern bewertet die Zusammensetzung der Bestände als gut. Die Quote des Warenbestands gemessen am Umsatz der vergangenen zwölf Monate ist auf 15,6% gesunken, nach 17,4% im Vorjahr. Verbesserungen in der Lieferkette und eine stärkere Ausrichtung auf saisonnahe Beschaffung hätten laut Unternehmen zur höheren Effizienz beigetragen.

Filialnetz schrumpft – Fokus auf Omnichannel

Die Transformation des Filialnetzes setzt sich fort. Zum Quartalsende betrieb H&M 4050 Stores, 163 weniger als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr plant der Konzern rund 80 Neueröffnungen, gleichzeitig sollen etwa 160 Standorte geschlossen werden. Parallel investiert H&M weiter in die Verzahnung von stationärem Handel und Online-Geschäft. Bereits heute entfallen nach Unternehmensangaben etwas mehr als 30% der Umsätze auf den Online-Kanal.

Verhaltener Ausblick

Für den März 2026 stellt H&M ein Umsatzwachstum von 1% in lokaler Währung in Aussicht. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen im zweiten Quartal einen leicht steigenden Abschriftenanteil. CEO Daniel Ervér verweist auf ein weiterhin anspruchsvolles Umfeld mit geopolitischen Unsicherheiten und zurückhaltendem Konsum. Flexibilität und Kostenkontrolle seien daher zentrale Steuerungsgrößen. Die geopolitischen Entwicklungen, insbesondere im Nahen Osten, würden aufmerksam beobachtet. Auswirkungen auf die Lieferketten seien aktuell begrenzt, da die Region nur einen kleinen Teil des Geschäfts ausmache.

Die H&M-Strategie

H&M gehört zu den weltweit größten Modehändlern und betreibt neben der Kernmarke unter anderem die Labels Cos, Arket, Weekday und & Other Stories. Der Konzern verfolgt seit mehreren Jahren eine Strategie zur Straffung des Filialnetzes und zur Stärkung des Omnichannel-Geschäfts. Parallel stehen Effizienzsteigerungen in Einkauf, Logistik und Warenmanagement im Fokus, um Margen zu stabilisieren und die Kapitalbindung zu reduzieren.