Bekanntgabe in Stockholm: Nobelpreis zum Besten von Wirtschaft geht an drei Wachstumsforscher
Der Wirtschaftsnobelpreis 2025 geht an die drei Wachstumsforscher Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt. Das Nobelpreiskomitee zeichnet damit Wissenschaftler aus, die sich ausgiebig mit der Frage befasst haben, wovon nachhaltiges Wirtschaftswachstum abhängt, wie es zustande kommt, wie technischer Fortschritt, wie Innovationen dazu führt, dass sich die Wohlstandsaussichten für alle verbessern. Der israelisch-amerikanischer Wirtschaftshistoriker Joel Mokyr lehrt und forscht an der Northwestern University und ist mit der Hälfte des diesjährigen Preises bedacht. Der französische Wirtschaftswissenschaftler Philippe Aghion forscht an der London School of Economics. Der kanadische Ökonom Peter Wilkinson Howitt forscht an der Brown University.
Das Nobelpreiskomitee will mit dem Preis die Leistung gewürdigt wissen, Wirtschaftswachstum besser zu erklären und zu verstehen. Und herausstellen, wie wichtig höheres Wachstum ist und welche Möglichkeiten sich ergeben verglichen mit Zeiten der Stagnation.
In der schwedischen Hauptstadt Stockholm sind damit die letzten Nobelpreisträger des Jahres gekürt worden. Im vergangenen Jahr wurden die drei in den USA tätigen Ökonomen Daron Acemoglu, Simon Johnson und James A. Robinson mit dem Preis geehrt. Sie erhielten ihn für ihre Forschungen zum Wohlstandsgefälle zwischen Nationen.
Generell werden mit dem Wirtschaftsnobelpreis sehr häufig Forscher aus den USA bedacht. Auch diesmal gehörten aus Sicht deutscher Fachleute überwiegend Ökonomen zu den Favoriten, die in den USA aktiv sind. So nannte Michael Berlemann, wissenschaftlicher Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, den Harvard-Professor Robert J. Barro. Dieser habe zu mehreren Teilgebieten der Makroökonomik grundlegende Papiere beigetragen, etwa zur Wachstumstheorie, zur Fiskal- und Geldpolitik. Für den Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, wären hingegen Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff „zwei sehr würdige Träger des Nobelpreises“. „Nach Corona-Krise und inmitten eines Handelskriegs zeigt die Forschung der beiden US-Ökonomen, wie sich Krisen global übertragen und wie die Geldpolitik eingreifen kann“, schrieb Fratzscher.
Der 46 Jahre alte Raj Chetty (Harvard) „könnte der Zeitgeist-Kandidat des Wirtschaftsnobelpreises sein“, lautete die Einschätzung von Matthias Diermeier vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln: „Mit riesigen Datensätzen zeigt er, wie der „amerikanische Traum“ – sozialer Aufstieg durch eigene Leistung – auch in einer polarisierten Gesellschaft möglich bleibt und welche politischen Maßnahmen dabei helfen. Und der Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, betrachtete im Vorfeld der Preisverleihung die Professoren Timothy Bresnahan (Stanford), Ariel Pakes und Michael Porter (beide Harvard) für ihre Arbeiten zur empirischen Industrieökonomik als Favoriten. Die drei hätten mit ihren Arbeiten „wesentlich dazu beigetragen, dass wir heute einen viel besseren Instrumentenkasten haben, um zu untersuchen, wie Märkte funktionieren und wie Unternehmen in diesen Märkten agieren“.
