Bauernverband fordert Unterstützung wegen steigender Spritpreise

Ein Traktor pflügt ein Feld.

Stand: 12.04.2026 • 12:06 Uhr

Die Landwirtschaft bekommt die hohen Preise für Diesel und Dünger besonders stark zu spüren. Bauernpräsident Rukwied fordert schnelle Unterstützung und warnt: Andernfalls werden am Ende Lebensmittel teurer.

Der Deutsche Bauernverband fordert angesichts der hohen Preise schnelle Unterstützung durch die Politik. Verbandspräsident Rukwied verwies darauf, dass sich Diesel und Düngemittel infolge des Iran-Krieges deutlich verteuert haben. „Diese enormen Kosten schnüren unseren Betrieben die Luft ab“, sagte Rukwied der Nachrichtenagentur dpa.

Der Bauernpräsident warnte vor einer Kettenreaktion: Aufgrund der hohen Düngemittelpreise könnten in der Landwirtschaft die Erntemengen zurückgehen, was am Ende zu steigenden Lebensmittelpreisen für Verbraucher führen könnte.

Niedrigere Energie- und CO2-Steuer gefordert

Rukwied machte konkrete Vorschläge, wie die Bundesregierung die Landwirtschaft entlasten könnte: Er forderte, die CO2-Besteuerung beim Diesel auzusetzen und die Energiesteuer zeitweise zu reduzieren. Zudem brauche es eine Preisbeobachtung für Düngemittel.

„Besonders Stickstoffdünger hat sich seit Jahresbeginn auf den Weltmärkten um 30 bis 40 Prozent verteuert“, sagte Rukwied. Auf das Düngen zu verzichten, sei keine Option. „Ohne Stickstoff sinken Ertrag und Qualität unmittelbar.“

Koaliton berät über Energiepreise

Spitzenvertreter von Union und SPD wollen im Tagesverlauf erneut über die hohen Energiepreise, aber auch über die anstehenden Reformen beraten. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vor einigen Tagen die Hoffnung auf schnelle Entlastungen gedämpft.

Am Freitag kam es zu einem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Finanzminister Lars Klingbeil über die richtigen Maßnahmen. Vereinzelt wurden in der CDU Rücktrittsforderungen gegenüber Reiche laut.

SPD-Politikerin Scheer fordert Energiewende-Gutschein

Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, brachte zur Entlastung statt eines Tankrabatts einen „Energiewende-Gutschein“ ins Gespräch. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet über ein entsprechendes Positionspapier.

Die Idee ist demnach, dass der Gutschein flexibel eingesetzt werden kann: Die Einsatzmöglichkeiten reichen von billigeren Bahn- und Bus-Tickets bis zu einem zinslosen KfW-Kredit für den Kauf eines Elektroautos oder einer Solaranlage. Der Gutschein solle nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze vergeben werden, heißt es, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Source: tagesschau.de