„Avatar – Fire and Ash“: Blau eingefädelt

Weil es nun im Wesentlichen um Superlative geht, kommt hier gleich einer am Anfang: Keine andere Kinoerzählung hat bisher offenbar so tragische Seelenqualen erzeugt wie James Camerons 2009 begonnene Avatar-Reihe. Nachdem vor drei Jahren der zweite Teil ins Kino kam, berichtete der britische Guardian über das Phänomen der Post-Avatar-Depression. Sie äußere sich darin, dass einige Zuschauer plötzlich ihre eigene Stadt grau und unwirtlich empfanden, verglichen mit Camerons Pandora-Mond, wo das schillernd blaue, naturnahe Volk der Na’vi lebt. Man kann es ja verstehen: Auf Pandora schweben moosige Felsen in der Luft, die tropischen Farne leuchten im Dschungel, als kämen sie aus dem Elektromarkt, und Harmonie herrscht zwischen Pflanzen, Tier und Ureinwohnern, die mit ständig besorgten Kulleraugen nach oben sehen, wo sich der Himmel wie ein Batiktuch über sie spannt. Darunter ereignet sich Schicksalhaftes, Ahnungsvolles und Erdverbundenes, während man selbst nach dem Kinobesuch wieder im Nieselregen an der Ausfallstraße steht, vor Lidlnettoaldi in Deckung geht und der Bus nicht kommt.