Automarkt: Jeder dritte Neuwagen fährt jetzt elektrisch

Mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent auf 2,86 Millionen hat der Wert der Neuzulassungen von Pkw in Deutschland die Vorhersage des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) leicht übertroffen. Dennoch lag das Volumen des deutschen Automarktes damit mehr als ein Fünftel niedriger als im Rekordjahr 2019, vor der Covid-Krise und der Wende in Richtung Elektroauto.

Dynamik zeigte dagegen die Nachfrage nach Elektroautos. Von den batterieelek­trischen Modellen (BEV) wurden 2025 mehr als 545.000 zugelassen, das sind 43,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit diesem neuen Rekordwert wurde zudem die Nachfragekrise des Jahres 2024 überwunden, die der frühere Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) mit seiner unerwarteten Streichung der Elektroautoförderung im Dezember 2023 ausgelöst hatte. Der Anteil der BEV an den Pkw-Zulassungen erreichte damit in Deutschland 19,1 Prozent.

Zugleich gab es eine Neubelebung der Nachfrage nach Autos mit Plug-in-Antrieb, die Strecken von 50 bis 120 Kilometern rein elektrisch fahren können, ansonsten aber auch einen Verbrennermotor besitzen. Hier stieg die Nachfrage 2025 gegenüber dem Vorjahr um 62,3 Prozent auf 311.000. Damit näherten sich die Zahlen für den Plug-in wieder an den bisherigen Rekord von 362.000 im Jahr 2022 an, als es allerdings noch einen Umweltbonus für den Kauf eines Plug-ins gab. Der Anteil der Plug-in-Antriebe an den gesamten Neuzulassungen in Deutschland erreichte auch ohne Umweltbonus, aber mit Begünstigung bei der Besteuerung von Dienstwagen einen Anteil von 10,9 Prozent. Insgesamt wurden damit 2025 rund 30 Prozent der Pkw in Deutschland mit einem Steckeranschluss ausgeliefert. Im Dezember wuchs der Anteil sogar auf mehr als 34 Prozent.

30 Prozent der Neuwagen hatten einen Stecker

Die Summe der Autos mit Stecker, also BEV und Plug-in, ist der Wert, der mit den statistischen Daten aus China verglichen werden kann. Dort werden diese Antriebe zusammen mit den Autos mit Range Extender (Elektroautos mit Verbrenner-Hilfsmotor zum Batterieladen) zur Kategorie der „New Energy Vehicles“ (NEV) zusammengefasst, die in China inzwischen die Hälfte des Automarktes ausmacht. Diese Quote von Elektroautos im Allgemeinen ist aber nicht vergleichbar allein mit dem Anteil der batterieelektrischen Autos. Für 2026 prognostiziert das Center Automotive Management um Direktor Stefan Bratzel eine weitere kräftige Steigerung der BEV-Zulassungen in Deutschland auf 740.000. Bei einer Voraussage von insgesamt 2,95 Millionen Neuzulassungen würde damit der Anteil der BEV auf 25 Prozent steigen.

Gewinner des Wettbewerbs im deutschen Autojahr 2025 war auf jeden Fall BMW, mit einer Steigerung der Zulassungszahlen um 8,9 Prozent auf fast 254.000, mit einem Marktanteil im Jahresdurchschnitt von ebenfalls 8,9 Prozent. Im Dezember stieg der BMW-Marktanteil sogar auf 9,8 Prozent. Mercedes konnte von seinen neuen Modellen noch nicht profitieren, wuchs 2025 mit einem Prozent etwas weniger als der Markt und liegt mit gesamten Zulassungen von 260.000 nur noch knapp vor BMW. Die dritte deutsche Premiummarke Audi erreichte nur knapp 206.000 Neuzulassungen mit einem Jahresplus von 1,8 Prozent.

2,2 Prozent Marktanteil für 13 chinesische Marken

Die Marke VW konnte mit einem Wachstum der Neuzulassungen von 4,5 Prozent im Jahresvergleich ihren Marktanteil auf 19,6 Prozent erhöhen. Verlierer des Autojahres 2025 waren die Marken des Stellantis-Konzerns, mit einem Minus von 14,6 Prozent für Peugeot, minus 7,9 Prozent sowohl bei Citroën und Opel sowie einem Minus von 5,8 Prozent von niedrigem Niveau bei Fiat. Ein Debakel erlebte Tesla, das mit einem Zulassungsminus von 48,4 Prozent nur noch 19.390 Elektroautos auf den deutschen Markt brachte und den Marktanteil auf 0,7 Prozent halbierte. Die 13 chinesischen Automarken kamen insgesamt auf 63.712 Neuzulassungen in Deutschland und einen Marktanteil von 2,23 Prozent. Der Großteil davon entfiel auf die schon länger etablierte Marke MG mit 26.479 Neuzulassungen und 0,9 Prozent Marktanteil, dahinter auf BYD mit 23.306 Neuzulassungen, die einem Marktanteil von 0,8 Prozent entsprechen.

Als Perspektive auf den Automarkt 2026 erwartet der Unternehmensberater Constantin Gall von EY insgesamt weiterhin nur ein minimales Marktwachstum von einem Prozent. Die angekündigte Förderung für Elektroautos könne für Dynamik sorgen, sie komme aber nur den privaten Käufern und damit nur einem Drittel des Marktes zugute. In diesem Segment würden sich aber wohl die meisten Käufer für einen Verbrenner entscheiden.

Die Autoproduktion in Deutschland erreichte 2026 nach Angaben des VDA mit 4,15 Millionen Pkw einen um zwei Prozent höheren Wert als 2024, sie liegt damit elf Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Der Export von 2025 blieb mit 3,17 Millionen Pkw auf dem Niveau von 2024.