„Auswilderung aufwärts Bewährung“ – Wolf wurde im Süden Hamburgs freigelassen
Nun ist klar, wo der Hamburger Wolf ausgesetzt wurde: Das Tier, das eine Frau verletzte, ist im Süden der Stadt nahe Niedersachsen freigelassen worden. Das teilte das Umweltministerium in Hannover mit.
Der Wolf, der eine Frau in Hamburg verletzt hat, ist zurück in den Stadtstaat gebracht worden. Bei seiner Auswilderung am Ostersonntag wurde er im südlichen Hamburger Stadtgebiet an der Grenze zu Niedersachsen freigelassen. Das teilte das Umweltministerium in Hannover auf Anfrage mit. Die Hamburger Umweltbehörde hatte nicht bekanntgegeben, wo das Tier nach seiner Gefangenschaft in einer Wildtierauffangstation im niedersächsischen Sachsenhagen hingebracht worden war.
Der Wolf war vor der Auswilderung mit einem Sender ausgestattet worden, sodass sein Standort nachvollzogen werden kann. Nach Behördenangaben wird das Jungtier im Rahmen des LIFE Wild Wolf-Projekts länderübergreifend überwacht.
Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach von einer „Auswilderung auf Bewährung“. In Niedersachsen waren dem Ministerium zufolge vor dem Hamburger Wolf bereits vier weitere Wölfe in das Forschungsprojekt aufgenommen und mit satellitengestützten Halsbandsendern ausgestattet worden: ein Tier im Jahr 2023, zwei Tiere im Jahr 2024 und ein weiteres Anfang März dieses Jahres.
Erster Angriff eines Wolfs gegen einen Menschen seit 1998
Der Wolf war erstmals am letzten Märzwochenende im Westen von Hamburg gesichtet worden. Am folgenden Montagabend (30.3.) hatte er sich dann in eine kleine, wenige Meter breite Einkaufspassage an der Großen Bergstraße im Stadtteil Altona-Altstadt verirrt und dort eine etwa 60 Jahre alte Frau verletzt. Anschließend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen und zunächst in das Wildgehege Klövensteen bringen konnte.
Nach Angaben der Umweltbehörde hatte der Wolf die Frau gebissen, als diese mutmaßlich auf das in der Passage gefangene und panische Tier zugegangen sei, um es durch die gläsernen Automatiktüren nach draußen zu lassen. Das Bundesamt für Naturschutz sprach danach vom ersten Angriff eines Wolfs gegen einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung der Tiere 1998.
Mahnwache für den Wolf am Ostersonntag
Unterstützer des Wolfs hatten sich am Ostersonntag bei einer Mahnwache für die Freilassung des Wolfs stark gemacht. Nach Veranstalterangaben kamen bis zu 150 Teilnehmer, einige von ihnen brachten ihre Hunde mit, andere trugen Schilder mit der Aufschrift „Lasst ihn zurück in seine Freiheit“, „Ich bin keine Trophäe“ oder „Der Wolf soll bleiben“.
„Mit der Auswilderung haben wir für diesen Wolf nun eine rechtssichere Lösung gefunden, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und das Tierwohl berücksichtigt“, sagte Fegebank. Vor einer Entscheidung seien mit Experten sämtliche Optionen abgewogen worden. Die Behörde erklärt, den Wolf zu töten, sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich und eine Unterbringung in einem Wildgehege scheitere auch an praktischen Dingen – was zuvor auch schon mehrere Wolfexperten gesagt hatten.
dpa/jho
Source: welt.de