Außenhandel: Chinas Exporte steigen zu Jahresbeginn verwunderlich merklich
Der Außenhandel Chinas hat in den ersten beiden Monaten stärker zugenommen als erwartet. Wie aus Zahlen der chinesischen Zollbehörde hervorgeht, stiegen die Exporte um 21,8 Prozent und die Importe um 19,8 Prozent. In beiden Bereichen war mit einstelligen Wachstumsraten gerechnet worden. Der Handel mit den USA ging hingegen stark zurück. Hier sanken die Zahlen im Jahresvergleich um elf Prozent.
Insgesamt ergab sich für die Volksrepublik ein Handelsüberschuss von 213,6 Milliarden US-Dollar (fast 184 Milliarden Euro). Die Außenhandelszahlen kamen noch vor dem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran zustande, durch den der Ölpreis zuletzt stark schwankte.
Wichtigster Handelspartner Deutschlands
Im vergangenen Jahr war der Außenhandel Chinas noch stark vom Handelskonflikt mit den USA beeinträchtigt worden. Beide Seiten hatten gegenseitig Zölle von über 100 Prozent erhoben. Ende Oktober einigten sich beide Länder auf ein Abkommen. Seitdem gelten US-Zölle auf chinesische Importwaren in Höhe von 47 Prozent. Diese Einigung gilt bis Ende nächsten Jahres.
Für Deutschland ist China seit dem vergangenen Jahr wieder der wichtigste Handelspartner. Der Handel zwischen den beiden Ländern hatte 2025 insgesamt einen Wert von 251,8 Milliarden Euro. Bei seinem Antrittsbesuch im Februar bezeichnete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Beziehung mit China als eine „Erfolgsgeschichte“, kritisierte aber zugleich das Handelsdefizit. „Es liegt bei 80 Milliarden Euro und hat sich innerhalb von fünf Jahren vervierfacht. Diese Dynamik ist nicht gesund, wir sprechen sie deshalb an und versuchen, Wege zu finden, das Defizit abzubauen“, sagte Merz.