Ausländer nun in Sturmeinheiten: Ukraine hat internationale Legion zerlassen
Ausländer nun in SturmeinheitenUkraine hat internationale Legion aufgelöst
11.02.2026, 19:22 Uhr

Die Ukraine ordnet den Einsatz ausländischer Freiwilliger neu. Die 2022 ins Leben gerufene internationale Legion ist damit Geschichte. Unter den Kämpfern wächst die Sorge, dass Erfahrung und Zusammenhalt durch die Restrukturierung verloren gehen.
Die Ukraine hat Medienberichten zufolge ihre internationale Legion weitgehend aufgelöst und damit begonnen, ausländische Freiwillige in reguläre Sturmverbände der Armee zu überführen. Wie die Zeitung „Kyiv Post“ unter Berufung auf die BBC berichtet, hatte der ukrainische Generalstab im vergangenen Jahr diskret beschlossen, alle vier Einheiten der Legion bis Ende 2025 aufzulösen.
Die internationale Legion war ursprünglich den Territorialverteidigungskräften unterstellt und später den ukrainischen Bodentruppen angegliedert. Sie bestand aus mehreren Bataillonen, in denen überwiegend ausländische Staatsbürger dienten.
Die Legion habe in der Frühphase der russischen Großinvasion ab Februar 2022 eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Ukraine gespielt, zitierte die BBC ukrainische Militärvertreter. In den vergangenen Jahren habe sich die Armee jedoch weiterentwickelt und professionellere Strukturen entwickelt. Im Laufe der Zeit seien ukrainische Kommandeure zu dem Schluss gekommen, dass die separate Organisationsform der Legion ihren Zweck erfüllt habe.
Legionäre äußern Kritik
Die Auflösung stößt bei einigen ausländischen Kämpfern auf Kritik. Björn Kallsoy, ein dänischer Freiwilliger, sagte vergangene Woche der französischen Zeitung „Le Monde“, viele Freiwillige seien von den plötzlichen Versetzungen schockiert und beklagten mangelnde Kommunikation, eine niedrige Moral sowie sich verschlechternde Lebensbedingungen während der Wartezeit auf eine neue Zuweisung. „Die internationale Legion bot einen sicheren Rahmen für ausländische Freiwillige“, sagte Kallsoy und fügte hinzu, dass Bedenken wegen Sprachbarrieren und ungewohnter Kommandostrukturen seit Beginn der Versetzungen zugenommen hätten.
Andriy Spivak, Stabschef des 2. Bataillons der Legion, sagte gegenüber „Le Monde“, die Auflösung berge Gefahr, hart erarbeitetes Fachwissen zu verlieren. Die Legion sei die einzige Einheit in der ukrainischen Armee, in der alle Offiziere zweisprachig seien und Rekrutierung sowie Ausbildung mehrsprachiger Teams erfolgten. Laut Spivak habe die Legion zudem innovative Taktiken entwickelt, die Drohnenpiloten und Infanterie enger verzahnten. Trotz der Einwände sei dem 2. Bataillon lediglich ein befristeter Aufschub bis Mitte Februar gewährt worden, bevor es neu zugeteilt werden soll.
Kiew hat nie genaue Zahlen zur Anzahl der Ausländer veröffentlicht, die in der internationalen Legion dienten. Es wird angenommen, dass mehrere Tausend Kämpfer Dreijahresverträge unterzeichneten, obwohl die Truppe nie die ursprünglich für 2022 geplante Stärke von 20.000 Kämpfern erreichte. Zuletzt bestand die Legion aus vier Bataillonen mit jeweils theoretisch 400 bis 600 Mann.
Laut „Le Monde“ hatten sich die Reihen bis 2025 durch Verluste, Abgänge und Überläufer deutlich gelichtet. Während zu Beginn des Krieges westliche Freiwillige die Mehrheit stellten, bildeten später Südamerikaner, insbesondere Kolumbianer, das größte Kontingent. Neben der internationalen Legion des ukrainischen Heeres unterhält auch der Militärgeheimdienst HUR eine Einheit für ausländische Freiwillige. Dieser Verband ist von den Restrukturierungen nicht betroffen.
Source: n-tv.de