Ausbildung zwischen Partnern: Ukraine schickt spürbar weniger Soldaten nachher Polen
Ausbildung bei PartnernUkraine schickt deutlich weniger Soldaten nach Polen
27.03.2026, 08:47 Uhr
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Seit Jahren werden ukrainische Soldaten im Westen ausgebildet, um ihre Heimat gegen die russische Invasion zu verteidigen. Die Verbündeten müssen sich dabei stetig an das moderne Schlachtfeld anpassen. Gleichzeitig verbessert die Ukraine ihre Trainingsmöglichkeiten im eigenen Land.
Die ukrainische Armee schickt mittlerweile weniger Soldaten zur EU-Ausbildungsmission nach Polen. Aber es „entspricht nicht der Wahrheit, dass die ukrainische Seite die Ausbildung ihrer Rekruten im Ausland vollständig ausgesetzt hat“, sagte ein Sprecher des polnischen Combined Arms Training Command (CAT-C) auf Anfrage von ntv.de. Vereinzelt hatten ukrainische Medien diesen Anschein erweckt, nachdem Jewhen Meschewikin vom ukrainischen Generalstab vergangene Woche Teile der Ausbildung bei Verbündeten auf einer Pressekonferenz kritisiert hatte.
Die polnische Ausbildungsmission teilte mit, dass die Zahl der ukrainischen Soldaten deutlich geringer sei als in den ersten Jahren des Konflikts. Das habe aber „mit dem Ausbau der eigenen Ausbildungszentren durch die ukrainische Seite und der zunehmenden Zahl eigener Ausbilder“ zu tun, so der Sprecher zu ntv.de.
Auch die Dauer des Prozesses und Anpassungen an Bedingungen an der Front würden eine Rolle spielen. Der Sprecher ging darauf nicht näher ein. Meschewikin vom ukrainischen Generalstab hatte ukrainischen Medien zufolge gesagt, durch heimische Ausbildung könne man schneller auf Veränderungen der Gefechtssituation an der Front reagieren und Zeitverluste vermeiden.
Seine Kritik an der Ausbildung bei westlichen Partnern bezog sich darauf, dass diese „bestimmte Abläufe nicht verstehen“ würden. Das sei einer der Gründe, weshalb die Ukraine die Ausbildung ihrer Truppen im Ausland reduziere. In den vergangenen Jahren zeigten sich im Westen ausgebildete ukrainische Soldaten immer wieder ernüchtert, weil es dort an Wissen im Umgang mit Drohnen mangelt. „Wir analysieren alle Fehler. Alles, was die Partnerländer am Ausbildungsort nicht ändern können. Wenn es im Ausbildungsprozess ein Problem gibt, auf das wir keinen Einfluss haben, lehnen wir eine solche Ausbildung ab“, sagte Meschewikin laut dem Medium lb.ua.
Westliche Partner passen Ausbildung an
Nichtsdestotrotz laufen Ausbildungsmaßnahmen bei EU-Partnern oder auch Großbritannien weiter. Dort werden die Ukrainer auch an wichtigen westlichen Waffensystemen trainiert. In Deutschland zum Beispiel am Leopard-Panzer.
„Bis März 2026 hat die EUMAM UA die Ausbildung von 86.800 ukrainischen Soldaten in 2013 Ausbildungsmodulen abgeschlossen – das entspricht etwa 21 Kampfbrigaden“, sagte ein Sprecher des militärischen Strategiekommandos der EU Anfang der Woche ntv.de. Auf eine mögliche Reduzierung durch die Ukrainer ging er nicht ein. Die Ausbildung verlaufe wie geplant, hieß es. Man stehe in ständiger Abstimmung, um die Ausbildung an die sich wandelnden Bedingungen auf dem Schlachtfeld anzupassen.
Eine Sprecherin des französischen Generalstabs teilte mit, die von Frankreich durchgeführten Schulungen konzentrierten sich auf spezialisierte Kurse, die den von den Ukrainern formulierten unmittelbaren Bedürfnissen entsprächen. Ähnlich äußerte sich auch das britische Verteidigungsministerium: „Das Ausbildungsangebot werde kontinuierlich weiterentwickelt, um den Bedürfnissen und Anforderungen der Ukraine gerecht zu werden.“ In den kommenden Wochen und Monaten würden weitere Soldaten eintreffen, so die Sprecherin zu ntv.de. Knapp 63.000 Ukrainer seien im Rahmen der Operation Interflex seit Juni 2022 ausgebildet worden.
Source: n-tv.de