Asterix, Obelix und Idefix erobern Sachsen
Das ist ein Glücksfall für den Tourismus in Sachsen: Der französische Asterix-Freizeitpark hat weltweit einen zweiten Standort gesucht – und setzt auf deutsche Fans. Der Belantis-Park bei Leipzig wird schon ab Frühjahr peu à peu zum gallischen Dorf.
Beim Deudades! Sächsisch können Asterix und Obelix ja schon lange. „Mir sin Saggsn, vorstandn?“, rufen sie im neuesten sächsischen Mundart-Asterix-Comic „Hühm wie Drühm“ nach dem Klassiker „Der große Graben“. Unterwegs entdecken sie die Schönheiten Sachsens, von Dresda (Dresden) über die Albis (Elbe) und Lipsi (Leipzig) bis zum coolen „Rennbabba“, dem Trabi.
Jetzt aber kommen die Gallier tatsächlich nach Sachsen – mit einem eigenen Dorf. Der „Belantis“-Freizeitpark bei Leipzig, immerhin der größte seiner Art in Mitteldeutschland, wird zum „Park Asterix Deutschland“.
Erster Asterix-Ableger außerhalb Frankreichs
Er ist damit der erste Asterix-Ableger außerhalb Frankreichs. Und: Er wird noch deutlich größer als das gut 700 Kilometer entfernte Original bei Paris, immerhin der zweitbeliebteste Freizeitpark in Frankreich mit jährlich mehr als 2,8 Millionen Besuchern nach dem Disneyland Paris.
„Sgladschdglei!“, es klatscht gleich! Das ist ein Glücksfall für den Tourismus in Sachsen, denn die Besucherzahlen aus dem Inland schwächeln vor sich hin. Da fehlt es gerade für Familien an neuen Freizeit-Ideen, warum sie gerade in Sachsen ihre Ferien verbringen sollten.
Der neue französische Besitzer, die Compagnie des Alpes, will jedenfalls klotzen statt kleckern. Sie investiert nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Euro, will den Park deutlich erweitern und vor allem neue Fahrgeschäfte wie Achterbahnen bauen – und damit 900.000 Besucher jährlich anlocken. Zum Vergleich: Der Belantis-Park dümpelte mangels Investitionsstau nur noch bei gut 300.000 Gästen pro Jahr.
Doch warum zieht es Asterix ausgerechnet nach Mitteldeutschland? „Es ist das Ergebnis von über zehn Jahren Überlegung und Recherche, um den besten Standort für unseren berühmten Gallier zu finden“, erklärte Céleste Surugue, Geschäftsführerin des Verlags Albert René, nachdem der Verlag als Lizenzgeber grünes Licht gegeben hatte. Tatsächlich war auch zwischenzeitlich Asien als möglicher Standort im Gespräch – wurde dann aber zugunsten Deutschlands wieder verworfen.
Praktisch: Eigene Autobahn-Abfahrt
Das hat handfeste wirtschaftliche Gründe: Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte internationale Markt für Asterix-Comics. Zudem bietet der Belantis-Park, strategisch günstig mit eigener Autobahn-Abfahrt an der A38 gelegen, mit 80 Hektar Landbesitz viel Fantasie für Erweiterungen. Auch wurde sich in Mitteleuropa rechtzeitig positioniert, bevor Disneyland oder Universal als US-Freizeitpark-Giganten auf dieselbe gute Idee gekommen wären.
Trotzdem wird der neue Park Asterix keine bloße Kopie des französischen Originals sein, sondern speziell auf das deutsche Publikum zugeschnitten sein. Die neuen Betreiber legen bei laufendem Betrieb auch gleich los; die Öffnungszeiten werden im Sommer auf sieben Tage die Woche ausgeweitet. Um die Besucher nicht zu verwirren, ist die offizielle Umbenennung erst 2030 geplant, wenn alle Themenbereiche und Fahrgeschäfte umgestaltet sind.
Idefix: Beliebteste Asterix-Figur der Deutschen
Im April 2026 wird bereits der erste Themenbereich eröffnet: das „Idefix Abenteuerland“ mit mehreren neuen Fahrgeschäften, darunter eine Wasserbahn, extra für Familien. Denn die beliebteste Asterix-Figur der Deutschen ist nach Angaben der Franzosen der kleine Hund Idefix – und gerade er soll die Besucher in Scharen anlocken. Zugleich wird eine neue Achterbahn gebaut, die voraussichtlich 2027 fertig sein soll.
Damit nicht genug: Wer schon immer mal als Ferienjob Asterix oder Obelix bei den neuen Paraden mimen wollte, der kann sich sogleich bewerben. Für die Rolle des sächselnden Obelix im Fatsuit sollten die Darsteller schon gut und gerne 1,90 Meter groß und ziemlich kräftig sein.
Allerdings ist die Konkurrenz in Deutschland enorm: Allein Branchenprimus Europa-Park in Rust (Baden-Württemberg), größter Freizeitpark Deutschlands, hat mehr als sechs Millionen Besuchern pro Jahr, gefolgt vom Phantasialand in Brühl (Nordrhein-Westfalen), Heide Park Soltau (Niedersachsen) und Hansa-Park in Sierksdorf an der Ostsee (Schleswig-Holstein), die jeweils zwischen ein und zwei Millionen Gäste pro Jahr anlocken.
Source: welt.de