Antisemitismusbeauftragter: Felix Klein warnt vor Bedrohung zum Besten von Juden in Deutschland

Die Eskalation im Iran-Konflikt führt nach Einschätzung des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, zu einer erhöhten Bedrohungslage für Jüdinnen und Juden in Deutschland. „Insbesondere nach der Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei ist damit zu rechnen, dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutzen wird“, sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa habe man in der Vergangenheit immer wieder gesehen, sagte Klein. „Ich begrüße es sehr, dass unsere Sicherheitskräfte Vorkehrungen getroffen haben, um einen verstärkten Schutz jüdischer und israelischer Einrichtungen zu ermöglichen.“

Irans Präsident spricht von „Kriegserklärung an Muslime“

Der Iran hat auf die israelisch-amerikanischen Angriffe bereits mit zahlreichen Attacken auf Israel, US-Militärbasen sowie arabische Staaten in der Golfregion reagiert. Irans Präsident Massud Peseschkian sprach mit Blick auf die Tötung Chameneis von einer „Kriegserklärung an die Muslime“ weltweit und kündigte Rache an. Insbesondere die Schiiten in aller Welt würden Chameneis Tötung als Angriff auch auf sich werten, sagte Peseschkian. Dies lasse sich auch als Aufruf zu Anschlägen lesen, sagte er weiter.

In einigen muslimisch geprägten Ländern gab es bereits Aufstände vor US-Vertretungen. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im pakistanischen Karachi wurden mindestens neun Menschen getötet

Chamenei war am Samstag bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran getötet worden. Er herrschte rund 37 Jahre lang im Iran. Peseschkian und zwei weitere Regimevertreter sollen während einer Übergangsphase die Führung des Landes übernehmen.

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