Anleihekäufe welcher EZB: Harte Nebenwirkung

Die gewaltigen Verluste von EZB & Co. sind eine Folge der Vergangenheit; gleichsam bewusst in Kauf genommene Kollateralschäden der billionenschweren Anleihekäufe.

Es war eine Reihe der renommiertesten Ökonomen in diesem Land, die damals vor diesem Instrument gewarnt hatten.

In der Wissenschaft ist die Beurteilung solcher Käufe heute differenziert. Während sie als Instrument für extreme Krisen, die ein schnelles Eingreifen erfordern, von vielen akzeptiert werden, gibt es erhebliche Zweifel am Kosten-Nutzen-Verhältnis von Anleihekäufen als längerfristigem geldpolitischen Instrument.

Anleihenkäufe sorgen für Verzerrungen

Die Nebenwirkungen sind doch beträchtlich. Das konnte man beobachten, als nach der Pandemie die Inflation aufkam und die EZB sich genötigt fühlte, zuerst die Anleihekäufe auslaufen zu lassen, bevor sie die Zinsen anhob. Vermutlich hatte sie die Käufe auch schon während der Pan­demie zu lange beibehalten.

Die Käufe sorgten zudem für Verzerrungen an den Anleihemärkten mit Folgen bis hin zu den Immobilienmärkten. Au­ßer­dem verschieben sie verschleiert Lasten zwischen den Euroländern.

Es war auch klar, dass steigende Zinsen irgendwann zu Verlusten für die Notenbanken führen würden. Der damalige Bundesbankpräsident Jens Weidmann bildete eigens hohe Rückstellungen für Zinsänderungsrisiken, die aber auch nicht ausreichten.

Wenn in Zukunft noch mal eine Debatte über Anleihekäufe aufkommt, sollte man den Nebenwirkungen unbedingt den gebührenden Platz einräumen.

Source: faz.net