Anfeindungen gegen Freestyler nachher Pinkel-Protest

Der britische Freestyler Gus Kenworthy hat nach seinem Pinkel-Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde (ICE) über massive Angriffe gegen sich im Internet berichtet. „Es war hart. Niemand möchte über sich schlechte Dinge lesen, Dinge, die Beleidigungen und brutal und beängstigend und homophob sind“, sagte der 34-Jährige bei BBC Sport.

Kenworthy hatte kurz vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Italien auf Instagram ein Bild gepostet, auf dem „fuck ICE“ zu sehen ist – nach seinen Angaben hat er den Schriftzug in den Schnee gepinkelt. Beim Halfpipe-Wettbewerb am Freitagabend erreichte der Silbermedaillengewinner von 2014, der als Kind mit seinen Eltern in die USA ausgewandert war, den sechsten Platz.

Anschließend bekräftigte er seinen Protest. „Ich glaube nicht, dass das, was ich gesagt habe, kontrovers ist. Mir ist klar, dass die Leute unterschiedliche Meinungen haben, aber ich finde, was da gerade passiert, ist total daneben, und ich habe das Gefühl, dass ich mich dazu äußern muss und meine Reichweite nutze, gerade jetzt, wo ich so viel Publikum habe“, betonte Kenworthy. Er stehe zu dem, was er gesagt habe. „Ich denke, ich stehe auf der richtigen Seite.“

„Unschuldige Menschen wurden ermordet, und es reicht jetzt“

Die US-Einwanderungspolizei steht in der Kritik wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zwei Menschen getötet wurden.

In der US-Olympia-Delegation sollten sich ICE-Beamte um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident J.D. Vance kümmern. Vance wurde bei der Eröffnungsfeier in Mailand ausgebuht. Zudem kam es zuvor in Mailand zu Protesten gegen ICE.

„Unschuldige Menschen wurden ermordet, und es reicht jetzt. Wir können nicht länger zusehen, wie ICE weiterhin mit ungehinderter Macht in unseren Gemeinden agiert“, hatte Kenworthy vor den Spielen geschrieben.

Source: welt.de