Andrew Mountbatten-Windor: Polizei leitet neue Ermittlungen ein






Ermittlungen gegen ehemalige Leibwächter von Ex-Prinz Andrew: Sie sollen bei Besuchen auf Epsteins Privatinsel weggesehen haben.

Wird es jetzt ernst für Andrew Mountbatten-Windsor (65)? Die britische Metropolitan Police hat laut der BBC „vorläufige Untersuchungen“ eingeleitet, die das Verhalten ehemaliger Personenschützer des Ex-Prinzen betreffen.



Hintergrund sind schwere Vorwürfe, wonach Beamte der Spezialeinheit Royalty and Specialist Protection (RaSP) bei Besuchen auf der Privatinsel des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (1953-2019) bewusst weggesehen haben könnten.

Schwere Vorwürfe durch Ex-Beamten

Auslöser der Untersuchung sind demnach Aussagen eines namentlich nicht genannten ehemaligen leitenden Met-Beamten gegenüber dem Sender LBC. Dieser behauptet: Mitglieder des Schutzteams könnten während der Besuche auf Epsteins Insel „Little St. James“ vorsätzlich die Augen vor kriminellen Aktivitäten verschlossen haben.


Das Team soll Andrew mindestens zweimal auf die Insel begleitet haben, wobei einmal sogar Epsteins Privatjet genutzt wurde. Laut dem Informanten gab es um die Jahrtausendwende Bedenken, dass Leibwächter ihren Schutzbefohlenen zu nahe standen. Personal habe zudem „Angst“ davor gehabt, bei Kritik herabgestuft zu werden.

Die Metropolitan Police betonte laut BBC in einer Stellungnahme, dass bisher „kein Fehlverhalten festgestellt“ wurde. Die aktuellen Nachforschungen dienten dazu, die Faktenlage zu klären. Sollten sich konkrete Anhaltspunkte für Fehlverhalten ergeben, würde das Independent Office of Police Conduct (IOPC) eine weiterführende Untersuchung übernehmen.




Fall Epstein: Flächendeckende Ermittlungen in ganz Großbritannien

Doch die Nachforschungen beschränken sich längst nicht mehr nur auf die Hauptstadt. In einem beispiellosen Vorgang prüfen Polizeikräfte in fast allen Teilen Großbritanniens ihre Akten auf Verbindungen zum Epstein-Netzwerk. Die Met Police ermittelt zudem gegen den ehemaligen Minister Peter Mandelson wegen des Verdachts der Weitergabe von Marktwissen an Jeffrey Epstein. Die Thames Valley Police untersucht den Vorwurf, eine zweite Frau sei für Prinz Andrew nach Großbritannien geschickt worden.


Die Polizei von Essex, Bedfordshire und West Midlands überprüft Flugprotokolle und die Nutzung der Flughäfen Stansted, Luton und Birmingham durch Epsteins Privatjet. Die Surrey Police untersucht einen Vorwurf von Menschenhandel und sexuellem Übergriff aus den 1990er Jahren. Die schottische Polizei sucht nach Zeugen bezüglich Epsteins Flügen über den Flughafen Edinburgh.

Angesichts der „Millionen von Dokumenten“ und der Komplexität internationaler Rechtsprechung hat der Rat der Polizeichefs (NPCC) eine nationale Koordinierungsgruppe eingerichtet. Die Behörden stehen vor der Mammutaufgabe, Millionen von Dokumenten aus den USA zu sichten und internationale Zuständigkeiten zu klären. Während Prinz Andrew weiterhin jede Form von Fehlverhalten bestreitet, machen die Ermittler deutlich, dass die Aufarbeitung dieses komplexen Geflechts aus Macht, Geld und Missbrauch noch Jahre in Anspruch nehmen könnte.

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Source: stern.de