An die Front gesendet: Deutsch-ukrainische Firma liefert erste Drohnen zum Besten von Kampf gegen Russland
An die Front gesendetDeutsch-ukrainische Firma liefert erste Drohnen für Kampf gegen Russland
14.04.2026, 02:13 Uhr
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Bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen arbeiten die Ukraine und Deutschland in Form von Quantum Frontline Industries Hand in Hand. Die Firma vermeldet nun einen Erfolg: Die ersten unbemannten Flugobjekte werden an die ukrainischen Streitkräfte geliefert.
Weniger als vier Monate nach ihrer Gründung hat die deutsch-ukrainische Drohnenfirma Quantum Frontline Industries (QFI) eine erste Charge an die ukrainischen Streitkräfte geliefert. Derzeit liege die Produktion des Unternehmens in Süddeutschland bei rund 20 Drohnen pro Tag, sagte QFI-Geschäftsführer Matthias Lehna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das Gemeinschaftsunternehmen von Quantum Systems in Deutschland und Frontline Robotics in der Ukraine war Mitte Dezember gegründet worden und will die Fertigung nun deutlich ausweiten.
Künftig solle der Output weiter steigen, sodass statt monatlicher Lieferungen ein zweiwöchentlicher Rhythmus erreicht werde, sagte Lehna. Ziel sei, bis zu 10.000 Mehrzweckdrohnen vom Typ Linza 3 pro Jahr zu liefern. Die Nachfrage aus der Ukraine sei hoch, die Produktion werde zunehmend industrialisiert und automatisiert.
Lehna betonte, dass sich der Drohnenkrieg in der Ukraine stark gewandelt habe. Aus improvisierten Lösungen sei eine hochskalierte Industrie entstanden. Kooperationen mit Partnern wie Deutschland spielten dabei eine wichtige Rolle. Auch Deutschland profitiere von der Zusammenarbeit. „Wir haben bislang 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Und wir beziehen Komponenten von einer mittlerweile schwächelnden Automobil-Zulieferindustrie. Es ist wahr, dass wir die Massen, die die Autoindustrie abrufen kann, nicht sofort ersetzen können. Aber wir leisten einen Beitrag dazu, freiwerdende Produktionskapazitäten durch unsere Systeme auszulasten.“
Zudem lobte Lehna die ukrainische Drohnenindustrie. „Die Ukraine hat vor allem im Drohnenbereich eine sehr starke Industrie aufgebaut. Sie weiß aber, dass sie – um eine weitere Integration in Europa voranzutreiben – auch auf Joint Ventures setzen muss. Wir bringen Effekte mit, die der Ukraine natürlich auch militärisch helfen, und zwar in Massen und nicht in homöopathischen Dosen“, so der QFI-Geschäftsführer. „Bei den Anforderungen und Bedarfsmeldungen, die wir kriegen, sehen wir, wie hoch die Nachfrage ist.“
Auch die Abhängigkeit von China lässt sich seinen Angaben zufolge reduzieren. „Wir merken auch langsam, dass wir die industrielle Basis in Deutschland haben, die uns dabei hilft, Komponenten, die aktuell noch viel aus China kommen, über eine deutsch-europäische Lösung zu ersetzen.“
Source: n-tv.de