Wohnungsmarkt: Zahl jener regulären Mietangebote sinkt seit dem Zeitpunkt 2015 um übrig ein Fünftel

Die Zahl der regulären Mietangebote ist seit 2015 um 22 Prozent gefallen. Das zeigen Daten aus 37 Städten und Regionen, die im Rahmen des Mietindex GREIX vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) regelmäßig untersucht werden. Besonders stark wuchs das Angebot an möblierten, unbefristeten Mietwohnungen. Zwischen 2015 und heute wuchs dieses Segment von 12.000 auf 37.000 Inserate, ein Anstieg von über 200 Prozent. Auch der Bereich des sogenannten Wohnens auf Zeit, das befristete, meist möblierte Angebote umfasst, wuchs in dem Zeitraum um 7,1 Prozent.

»Wer heute in einer Großstadt über die gängigen Plattformen eine Wohnung
sucht, trifft zunehmend auf Konditionen, die vor zehn Jahren noch eine
Ausnahme waren«, sagte Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX am IfW. Insgesamt dominieren reguläre Mietangebote mit einem Anteil von 73 Prozent den Markt. Für den GREIX-Index werden Angebote von mehr als 100 Immobilienportalen
und Maklerwebsites gebündelt und pro Quartal über 60.000 Inserate
analysiert
.

Mieten steigen weniger stark als zuletzt

Die Vermietung von möblierten, befristeten Wohnungen steht seit einiger Zeit unter Kritik. Nach Einschätzung von Mieterverbänden nimmt diese Praxis zu, weil Vermieter so die Mietpreisbremse umgehen können. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will diesen Bereich deswegen stärker regulieren. Bei der Vermietung zum vorübergehenden Gebrauch soll es nach Hubigs Plänen eine Höchstgrenze von sechs Monaten geben. Zudem soll der Möblierungszuschlag als angemessen gelten, wenn er bei voll ausgestattetem Wohnraum fünf Prozent der Nettokaltmiete nicht übersteigt.

Die Preise bei Vermietungen sind laut IfW weniger stark angestiegen als zuletzt. Im ersten Quartal legten die Angebotsmieten im Bundesschnitt laut GREIX-Index nominal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Zum Vorjahresquartal stand ein Plus von 2,9 Prozent. »Das ist die niedrigste nominale Jahreswachstumsrate seit dem vierten Quartal 2021«, hieß es. Im vierten Quartal waren die Mieten im GREIX-Index noch um 4,5 Prozent gestiegen, doppelt so stark wie die Inflation damals.

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