Wettbewerbsrecht: EU-Kommission droht Meta wegen WhatsApp-KI mit einstweiligen Maßnahmen

Die EU-Kommission hat ihre Drohung gegen Meta verschärft und dem Konzern erneut einstweilige Maßnahmen wegen des Ausschlusses konkurrierender KI-Assistenten von WhatsApp angekündigt. Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde will damit nach eigenen Angaben »schweren und irreparablen Schaden für den Markt« verhindern.

Seit Mitte Januar steht nach Angaben der Kommission auf WhatsApp nur noch Metas eigener KI-Chatbot Meta AI zur Verfügung. Der Dienst kann Texte zusammenfassen, übersetzen, erstellen und Fragen beantworten. Anbieter vergleichbarer KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude haben nach vorläufiger Einschätzung der EU-Kommission keinen Zugang mehr zu dem Messengerdienst. Meta hatte den Ausschluss der Konkurrenz im Oktober 2025 angekündigt.

Die EU-Kommission untersucht den Fall seit Dezember 2025 und hatte bereits Anfang Februar mit Zwangsmaßnahmen gedroht. Meta kündigte daraufhin Anfang März Änderungen an. Diese kämen jedoch faktisch dem bisherigen Zugangsverbot gleich, teilte die Kommission nun mit. Die nun angekündigten einstweiligen Maßnahmen würden so lange gelten, bis die Behörde ihre Untersuchung abgeschlossen und eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Wann das sein wird, ist offen. Eine gesetzliche Frist gibt es nicht.

Weitere EU-Verfahren gegen Meta

Meta hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Ein Konzernsprecher hatte bereits im Februar mitgeteilt, es gebe keinen Grund für einen Eingriff der EU. Es stünden viele KI-Optionen über App-Stores, Betriebssysteme und Websites zur Verfügung. Die Kommission gehe laut Meta fälschlicherweise davon aus, dass die WhatsApp-Schnittstelle ein wichtiger Vertriebskanal für KI-Chatbots sei.

Meta hat noch die Möglichkeit, die Maßnahmen abzuwenden. Wie genau die Kommission vorgehen würde, um den Zugang für Metas Konkurrenten wiederherzustellen, blieb zunächst unklar.

Gegen Meta laufen bereits weitere EU-Verfahren wegen Verstößen gegen europäische Digitalgesetze. Der Konzern muss unter anderem wegen mangelnder Datentransparenz und seines Umgangs mit illegalen Inhalten auf seinen Plattformen mit hohen Geldstrafen rechnen.

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