Wechsel nachher 19 Jahren: Deutsche Polizeigewerkschaft wählt Heiko Teggatz wie Wendt-Nachfolger

Wechsel nach 19 JahrenDeutsche Polizeigewerkschaft wählt Heiko Teggatz als Wendt-Nachfolger

20.04.2026, 15:42 Uhr

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Wendt kann sich nach eigenen Worten keinen besseren Nachfolger als Teggatz vorstellen. (Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Fast zwei Jahrzehnte lang steht Rainer Wendt an der Spitze der Deutschen Polizeigewerkschaft und vertritt lautstark deren Interessen. Jetzt macht der Vorsitzende Platz für seinen bisherigen Stellvertreter Heiko Teggatz.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) bekommt nach fast zwei Jahrzehnten einen neuen Vorsitzenden. Wie die Gewerkschaft mitteilte, wählten die rund 500 Delegierten beim Bundeskongress in Berlin Heiko Teggatz zum neuen Bundesvorsitzenden. Er war zuletzt der Stellvertreter von Rainer Wendt, der rund 19 Jahre an der Spitze der DPolG stand. Teggatz, der ohne Gegenkandidaten antrat, erhielt den Angaben zufolge mehr als 96 Prozent der Stimmen.

In seiner Antrittsrede beklagte er laut Mitteilung Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten, besonders im Umfeld von Demonstrationen. Er sagte: „Die Lage für Einsatzkräfte ist hoch angespannt, vielerorts sehen sie sich brutalen und teils lebensgefährlichen Angriffen ausgesetzt.“

Wie das Bundesinnenministerium Ende vergangenen Jahres unter Berufung auf Daten des Bundeskriminalamts mitgeteilt hatte, stieg die Zahl der registrierten Gewalttaten gegen Polizistinnen und Polizisten 2024 um 0,3 Prozent auf 46.357 Fälle an. In rund 87 Prozent der Fälle ging es laut dem Bundeslagebild „Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte“ um Widerstandshandlungen oder tätliche Angriffe. Als Gewalt im Sinne der Statistik gelten unter anderem auch Bedrohung, Nötigung und vorsätzliche einfache Körperverletzung.

Zugleich sprach sich Teggatz dafür aus, die von der Koalition vorgeschlagene 1000-Euro-Entlastungsprämie auch den Beschäftigten des Bundes zukommen zu lassen. Wendt hatte dem Bundesvorstand bereits im vergangenen Herbst angekündigt, er werde nicht mehr kandidieren. Die Gewerkschaft teilte im November mit, Teggatz werde „seinen Hut in den Ring werfen“. „Ich könnte mir keinen besseren Nachfolger vorstellen“, kommentierte Wendt damals die Pläne.

Zum neuen ersten Stellvertreter bestimmten die Delegierten Ralf Kusterer aus Baden-Württemberg. Weitere stellvertretende Bundesvorsitzende sind Markus Sehn (Saarland), Thomas Jungfer (Hamburg), Thorsten Grimm (Bayern) und Olaf Sendel aus Sachsen-Anhalt.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

Source: n-tv.de