US-Präsident Trump hat eine neue Gesprächsrunde über eine Beendigung des Iran-Kriegs in Pakistan am Montag angekündigt. Iranische Streitkräfte hindern zwei Tanker an der Durchfahrt der Straße von Hormus. Mehr im Liveticker.
Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Mittlerweile gilt eine Waffenruhe. Die Blockade der Straße von Hormus wurde wieder aufgenommen.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
14:22 Uhr – Trump schickt Montag Delegation nach Islamabad
Im Konflikt mit dem Iran reist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wieder eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Seine Vertreter würden dort am Montagabend sein, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social – ohne Angaben zur Zeitzone zu machen. Aus Teheran gab es zunächst keine Angaben dazu, ob auch eine iranische Delegation eintreffen wird. Mittwoch läuft planmäßig eine Feuerpause aus, auf die sich die USA und der Iran verständigt hatten.
Schüsse des Irans auf Schiffe in der Straße von Hormus am Samstag stellten einen eklatanten Verstoß gegen die Vereinbarung über die Waffenruhe dar, schrieb Trump. Die USA böten dem Iran einen „sehr fairen und vernünftigen Deal“ an und er hoffe, dass der Iran ihn annehme. „Wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran ausschalten“, fügte Trump hinzu und wiederholte damit eine bereits früher ausgesprochene Drohung.
Die erste Runde der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran war am vergangenen Wochenende ohne Einigung zu Ende gegangen.
14:02 Uhr – Islamabad verschärft Sicherheitsvorkehrungen
Vor einer möglichen weiteren Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran haben die Behörden in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Soldaten wurden am Sonntag an Kontrollpunkten stationiert, Touristenattraktionen geschlossen und große Hotels angewiesen, Buchungen zu stornieren und ihre Räumlichkeiten freizuhalten. Die Straßen blieben weitgehend leer, weil viele Einwohner aus Sorge vor Sperrungen zu Hause blieben.
13:12 Uhr – Iran stoppt zwei Tanker an Straße von Hormus
Die iranischen Streitkräfte hindern nach einem Medienbericht zwei Tanker an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Die unter den Flaggen von Botswana und Angola fahrenden Schiffe seien nach Warnungen zur Kursänderung gezwungen worden, meldet die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim. Als Grund für das Vorgehen nennt die Agentur die anhaltende Seeblockade der USA gegen den Iran und spricht von einer unbefugten Durchfahrt.
13:02 Uhr – Türkei fordert Verlängerung der Waffenruhe
Die Türkei fordert eine Verlängerung der am Dienstag auslaufenden Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran. Beide Seiten hätten den Willen, die Gespräche zur Beendigung des Krieges fortzusetzen, sagt der türkische Außenministers Hakan Fidan. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran seien zwar weitgehend abgeschlossen, es gebe jedoch noch einige Meinungsverschiedenheiten. Deshalb müsse die Waffenruhe verlängert werden.
12:48 Uhr – Libanon öffnet Straßenverbindung
Das libanesische Militär hat wichtige Straßenverbindungen im Süden des Landes wieder geöffnet. Die Chardali-Straße, die die Städte Nabatije und Mardschajun verbindet, sowie die Straße zwischen dem Hafen der Stadt Tyrus und dem Dorf Burdsch Rahhal seien wieder befahrbar, teilte die Armee am Sonntag mit. An der Freigabe weiterer Straßen werde gearbeitet. Das gelte auch für eine Brücke über den Fluss Litani im Dorf Tayr Filsay.
12:35 Uhr – Israel tötet nach eigenen Angaben Hisbollah-Kommandeur
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben den Kommandeur der Schiitenmiliz Hisbollah in der südlibanesischen Stadt Bint Dschbeil getötet. Ali Rida Abbas sei vor dem Inkrafttreten der Waffenruhe mit dem Libanon getötet worden, die seit der Nacht zum Freitag für zehn Tage gelten soll, teilte das Militär mit. Die Hisbollah bestätigte den Tod des Kommandeurs zunächst nicht.
12:10 Uhr – Angriff auf Blauhelmsoldaten scharf verurteilt
Der tödliche Angriff auf französische Blauhelmsoldaten im Süden des Libanon während der derzeitigen Waffenruhe hat international Empörung ausgelöst. Die Bundesregierung verurteilte den Angriff vom Samstag „aufs Schärfste“. Frankreich machte die pro-iranische Hisbollah für den Angriff verantwortlich. Die schiitische Miliz, die eine Waffenruhe mit Israel ablehnt, wies jegliche Verantwortung von sich. Bei neuen Kämpfen im Südlibanon wurde derweil am Sonntag ein weiterer israelischer Soldat getötet.
11:20 Uhr – Israel soll Südlibanon in drei Zonen unterteilt haben
Die israelische Armee hat den weiter von ihr kontrollierten Südlibanon laut einem Medienbericht nach der Waffenruhe in drei Abschnitte unterteilt, in denen sie aktiv ist. Die sogenannte rote Linie bezeichne die erste Reihe von Dörfern direkt an der israelisch-libanesischen Grenze, berichtete die israelische Zeitung „Jediot Achronot“. Dort seien die meisten Gebäude bereits zerstört, in dem Gebiet hielten sich keine Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz mehr auf, in einigen Orten hätten israelische Bodentruppen fest Stellungen bezogen. Die Armee äußerte sich auf Anfrage nicht.
10:02 Uhr – Iran pocht auf „nukleare Rechte“
Der iranische Präsident Massud Peseschkian unterstreicht mit neuen Äußerungen die Differenzen mit den USA im Streit über das Atomprogramm der Islamischen Republik. US-Präsident Donald Trump sage, der Iran dürfe seine „nuklearen Rechte“ nicht ausüben, nenne aber kein Verbrechen, das dies begründe, zitiert die Nachrichtenagentur Isna Peseschkian. „Wer ist er, dass er einer Nation ihre Rechte abspricht?“, erklärt Peseschkian demnach.
8:30 Uhr – Irans Parlamentspräsident sieht Fortschritte
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA zur Beendigung des Krieges bekanntgegeben. Von einer Einigung seien beide Seiten aber noch weit entfernt, sagte Ghalibaf am Samstagabend im iranischen Fernsehen. „Wir sind noch weit von der letzten Gesprächsrunde entfernt“, sagte Ghalibaf, der einer der iranischen Unterhändler ist, und fügte hinzu: „Wir haben in den Verhandlungen Fortschritte erzielt, aber es gibt viele Diskrepanzen und einige grundlegende Punkte sind nach wie vor offen.“
06:54 Uhr – Israelischer Soldat im Süden des Libanon getötet
Bei Kämpfen im Süden des Libanon ist nach Armeeangaben ein israelischer Soldat getötet worden. Der 31-Jährige sei „im Gefecht gefallen“, erklärten die israelischen Streitkräfte am Sonntag, ohne nähere Angaben zu machen. Zwischen Israel und dem Libanon war eigentlich in der Nacht auf Freitag eine zehntägige Waffenruhe in Kraft getreten. Der 31-Jährige ist der zweite israelische Soldat, der seit Beginn der Waffenruhe getötet wurde.
04:07 Uhr – Iran: Weiter Differenzen bei Verhandlungen mit den USA
Bei den Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestehen nach Angaben aus Teheran weiter große Differenzen. Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim. Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch „weit von einer endgültigen Einigung entfernt.“
Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, sagte Ghalibaf in dem am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Kurz zuvor hatte der Iran die angekündigte Öffnung der für den globalen Ölmarkt wichtigen Meerenge wieder rückgängig gemacht und geht seither dort militärisch gegen Schiffe vor. Die Entscheidung der USA, eine Blockade zu verhängen, sei töricht und ignorant gewesen, sagte Ghalibaf.
01:53 Uhr – Guterres fordert Stopp von Angriffen auf UN-Blauhelme
Nach dem Tod eines französischen Soldaten der UN-Mission Unifil im Libanon fordert UN-Generalsekretär António Guterres einen Stopp von Angriffen auf Blauhelm-Soldaten. „Alle Akteure werden dringend aufgefordert, die Einstellung der Feindseligkeiten zu respektieren und das Feuer einzustellen“, sagte Guterres laut Mitteilung seines Sprechers Stéphane Dujarric in New York. Solche Angriffe stellten schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dar und könnten Kriegsverbrechen gleichkommen.
Dies sei der dritte Vorfall in den vergangenen Wochen, der zum Tod von bei der Unifil dienenden Blauhelmen geführt habe, sagte der Sprecher von Guterres. Ende März waren bei Angriffen drei indonesische Blauhelm-Soldaten ums Leben gekommen. Die Unifil überwacht seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Immer wieder gab es dabei auch in ihren Reihen Tote und Verletzte.
01:08 Uhr – Hisbollah-Chef: bleiben trotz Waffenruhe einsatzbereit
Der Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz sieht die zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe als Erfolg seiner Schiiten-Organisation. Die Feuerpause wäre nicht ohne den Kampf seiner Miliz im Südlibanon erreicht worden, sagte Naim Kassim laut einer am Abend veröffentlichten Mitteilung.
Eine Waffenruhe bedeute die vollständige Einstellung aller Feindseligkeiten, sagte der Hisbollah-Chef laut Mitteilung. Da man dem Feind aber nicht traue, würden die Kämpfer seiner Miliz mit den Händen am Abzug im Einsatz bleiben und auf Verstöße entsprechend reagieren, hieß es. Als nächste Schritte – mit Blick auf einen dauerhaften Frieden – führte Kassim die Einstellung der Angriffe seitens Israels und einen Abzug von dessen Truppen aus dem Libanon an.
Kassim zufolge sei die Hisbollah „vollständig bereit zur Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden in einem neuen Kapitel, das auf der Verwirklichung der libanesischen Souveränität beruht.“
00:39 – Französischer Blauhelmsoldat im Süden des Libanon getötet – Macron beschuldigt Hisbollah
Frankreich hat die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz für den Tod eines französischen Blauhelmsoldaten im Süden des Libanon verantwortlich gemacht. Es deute alles darauf hin, dass die Hisbollah „für diesen Angriff verantwortlich ist“, erklärte Präsident Emmanuel Macron am Samstag im Onlinedienst X. Die libanesische Regierung verurteilte den Angriff und kündigte an, „die Angreifer zur Verantwortung zu ziehen“. Die Hisbollah wies jegliche Verantwortung von sich und kritisierte die mit Israel vereinbarte Waffenruhe.
Drei weitere französische Blauhelmsoldaten wurden nach Angaben des französischen Außenministeriums bei dem Angriff verletzt, zwei von ihnen schwer.
Macron forderte die libanesischen Behörden auf, „die Täter unverzüglich festzunehmen und gemeinsam mit der Unifil ihre Verantwortung wahrzunehmen“. Die Behörden müssten zudem „alles tun, um die Sicherheit der Unifil-Soldaten zu gewährleisten“, hieß es in einer Erklärung des Elysée-Palasts. Die Blauhelme dürften „unter keinen Umständen zur Zielscheibe werden“.
AP/dpa/ceb/krö
Source: welt.de