Trump: „manipulierte“ Abstimmung: Gericht stoppt Wahlkreis-Umbau in Virginia wegen „irreführender“ Frage

Trump: „manipulierte“ AbstimmungGericht stoppt Wahlkreis-Umbau in Virginia wegen „irreführender“ Frage

23.04.2026, 06:59 Uhr

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Eine knappe Mehrheit stimmte am Dienstag für die Wahlkreisreform. (Foto: Getty Images via AFP)

Im US-Bundesstaat Virginia gewinnen die Demokraten eine Abstimmung, die ihnen einen vorteilhaften Neuzuschnitt der Wahlkreise ermöglicht. Doch nur kurze Zeit später erklärt ein Richter die Abstimmung für ungültig. Er bemängelt zwei Punkte in dem Verfahren.

Im Kampf um eine bessere Ausgangslage bei den US-Zwischenwahlen im November haben die Demokraten in Virginia eine Niederlage vor Gericht kassiert. Keine 24 Stunden, nachdem die Wahlberechtigten für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise in ihrem Bundesstaat gestimmt hatten, erklärte ein Gericht die Abstimmung für ungültig.

Durch den Neuzuschnitt der Wahlkreise hätten die Demokraten bei der Zwischenwahl die Chance bekommen, den Republikanern vier Sitze im Repräsentantenhaus abzunehmen. Die Republikaner wollen bei der Zwischenwahl ihre hauchdünne Mehrheit im Kongress verteidigen.

GerrymanderingWahlkreiszuschnitte im US-Staat Virginia

Der Richter begründete seine Entscheidung damit, dass die Frage auf dem Wahlzettel „offensichtlich irreführend“ formuliert gewesen sei, wie aus den vom Sender ABC News veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. Zudem sei der Vorschlag den Wählern früher vorgelegt worden, als es die Verfassung von Virginia vorsehe. Alle abgegebenen Stimmen seien damit unzulässig, ein Neuzuschnitt der Wahlkreise von Virginia dürfe nicht stattfinden.

Der demokratische Generalstaatsanwalt von Virginia, Jay Jones, kündigte an, das Urteil anzufechten. „Ein aktivistischer Richter sollte kein Vetorecht über das Votum der Bevölkerung haben“, teilte er auf X mit.

Trump wetterte gegen Abstimmung

Trump hatte zuvor von einer „manipulierten Wahl“ in Virginia gesprochen. „Den ganzen Tag über lagen die Republikaner vorn, die Stimmung war unglaublich, bis ganz zum Schluss, als es natürlich eine massive ‚Briefwahl-Stimmenflut‘ gab“, erklärte er auf Truth Social. Trump kritisierte die Abstimmung in Virginia zudem ebenfalls als verwirrend. Die Formulierung des Referendums sei „absichtlich unverständlich und irreführend“ gewesen, erklärte der US-Präsident ebenfalls.

Der Neuzuschnitt von Wahlkreisen, das sogenannte Gerrymandering, hat in den USA eine jahrhundertealte Tradition. Hintergrund ist, dass nach dem alle zehn Jahre erhobenen Zensus die Wahlkreise neu zugeschnitten werden müssen, damit sie jeweils ähnlich viele Einwohner umfassen. In der Praxis nutzen Parteien diesen Prozess jedoch oft, um sich Vorteile zu verschaffen. So können aus einem Wahlkreisteil mit klarer Mehrheit Gebiete in einen anderen Wahlkreis verfrachtet werden, in dem das Rennen enger ist.

Die demokratische Gouverneurin von Virginia, Abigail Spanberger, verteidigte den Neuzuschnitt ihres Bundesstaats als Reaktion auf Trumps Vorgehen. Ihr zufolge will der Präsident, dass seine Partei an die Wahlkreise geht, weil er die Wahl sonst nicht gewinnen kann. Bei der Wahl in Virginia hätten die Menschen darauf eine „laute und deutliche“ Antwort geliefert.

Quelle: ntv.de, lme/AFP

Source: n-tv.de