Straße von Hormus: Was steckt hinter Trumps Seeblockade?

Stand: 13.04.2026 • 07:46 Uhr

Es ist die US-Blockade der iranischen Blockade: Ab heute will die US-Marine die Durchfahrt an der Straße von Hormus kontrollieren. Trumps angekündigte Seeblockade dürfte auch eine Warnung an China sein.

Donald Trump hat der US-Marine den Befehl gegeben, ab Montag, 16 Uhr deutscher Zeit, keine Schiffe mehr durch die Straße von Hormus zu lassen, wenn sie einen iranischen Hafen ansteuern oder von dort wieder die Meerenge verlassen wollen.

Damit versucht der US-Präsident, die strategische Kontrolle über die Straße von Hormus zurückzugewinnen. Nicht länger soll das iranische Regime entscheiden, wen es nach Zahlung einer hohen Gebühr die Meerenge passieren lässt.

Blockade könnte auch China beunruhigen

In einem Telefoninterview mit dem Sender Fox News warf Trump Iran vor, die Welt zu erpressen. Bei den Verhandlungen in Islamabad habe das iranische Regime so getan, als habe es die besseren Karten. „Das werden sie aber nicht haben“, betonte Trump, „denn ihre Armee und ihr ganzes Militär ist ausgelöscht.“

Trumps Seeblockade ist auch eine Warnung an China, das die Hälfte seiner Öleinfuhren über die Straße von Hormus bezieht. Schiffe, die eine Gebühr an Iran entrichtet haben, werden beschlagnahmt, schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform.

Schließlich will Trump die Blockade dazu nutzen, iranische Seeminen in der Meerenge räumen zu lassen. Daran könnten sich europäische NATO-Partner beteiligen, sagte Trump.

Trump: Iranische Atomwaffen sind rote Linie

Auch zu den gescheiterten Verhandlungen in Islamabad äußerte sich der US-Präsident. Eigentlich habe sich die US-Delegation um Vizepräsident JD Vance bei fast allen Forderungen durchsetzen können. Aber: „Iran weigerte sich, seine nuklearen Ambitionen aufzugeben, und das ist für mich bei weitem der wichtigste Punkt.“ Niemals werde er erlauben, dass Iran Atomwaffen entwickelt.

Trump verteidigte auch seine weltweit kritisierte Drohung, die iranische Zivilisation zu vernichten. „Diese Äußerung hat sie an den Verhandlungstisch geholt. Und den werden sie nicht verlassen.“ So werde Iran den USA alles geben, was sie verlangen, versicherte der Republikaner. „Ich habe meinen Leuten gesagt: Ich will alles. Nicht 90 oder 95 Prozent. Ich will alles.“

Hinsichtlich der hohen Öl- und Benzinpreise machte Trump wiederum keine Hoffnung auf eine baldige Entspannung. Im Interview wollte er nicht versprechen, dass die Preise bis zum Herbst wieder sinken würden.

Kursverluste wegen Sorge vor Eskalation

An der Wall Street wird für heute mit Kursverlusten gerechnet. Zu groß sind die Zweifel, ob die Seeblockade nur eine Verhandlungstaktik ist oder doch zu einer erneuten militärischen Eskalation führt. Sollte das iranische Regime amerikanische Kriegsschiffe angreifen, wäre dies das Ende der vereinbarten Feuerpause.

Heftige Kritik an Trumps riskanter Politik kam vom demokratischen Senator Mark Warner im Sender CNN. „Die Energiepreise werden auf Rekordhöhen bleiben, und zwar für Monate oder Jahre“, so Warner. Wie Trumps Blockade zu einer Öffnung der Meerenge führen soll, verstehe er nicht.

Lob kam dagegen von republikanischen Politikern. Trumps Seeblockade nehme dem iranischen Regime seinen wichtigsten politischen Hebel und seine bedeutendste Einnahmequelle.

Source: tagesschau.de