Straße von Hormus: Iran hat mehr Geduld denn Trump

Für die Weltwirtschaft ist die Irankrise erst überstanden, wenn Reeder und Kapitäne darauf vertrauen, die Straße von Hormus unbehelligt passieren zu können. Zusagen könnte ihnen das nicht Donald Trump und auch nicht die NATO, sondern einzig Iran.

Gegen dessen Erpressung und asymmetrische Angriffe hätten die mächtigsten Streitkräfte der Welt selbst mit breiter Unterstützung kein Mittel. Teheran aber hat kein Interesse am Status quo ante. Zu greifbar ist die Chance, in der Meerenge abzukassieren – Völkerrecht hin, Seerecht her.

Die von Trump am Sonntag angekündigte Blockade der Meerenge durch die US-Marine entpuppt sich als eine amerikanische Seeblockade Irans. Immerhin ist die Mission demnach nicht der Versuch, eine amerikanische oder gar die amerikanisch-iranische Mautstation einzurichten, von der Trump auch schon laut geträumt hat.

Die Blockade mag Teheran fürs Erste am großen Reibach hindern. Ließe sich Teheran dadurch zur Aufgabe seines Atomprogramms und somit zu einem Deal mit dem „großen Satan“ bewegen? Wohl kaum von heute auf morgen. Irans Geduld dürfte größer sein als Trumps.

Wahrscheinlicher ist, dass der Krieg wieder aufflammt. Dessen Folgen auch an den Zapfsäulen der amerikanischen Wähler dürften Asiaten und Europäer es zu verdanken haben, dass Trump sich überhaupt an der Wiederherstellung der Handelsroute versucht und das Problem nicht ganz ihnen überlässt.

Source: faz.net