Russische Rekrutierung in Afrika: 1.300 Euro, die Chance seines Lebens

Fragt man Daniel Otieno nach seinem alten Leben in Nairobi, dann erzählt er von schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs, von der Freundin, die ihn verlassen hatte, und dem Gefühl, ein Versager zu sein. Mit 27 Jahren hatte er kein festes Einkommen, konnte weder seine Mutter unterstützen noch eine eigene Familie gründen. Er beneidete den Mut junger Landsleute, die es als Arbeitsmigranten ins Ausland geschafft hatten und Geld nach Hause schickten. Dann erzählte ihm ein Freund von einem Jobangebot: Wachmann in Russland, Monatsgehalt 200.000 bis 300.000 kenianische Schilling, eine Million Schilling Unterzeichnungsbonus, Sprachkenntnisse nicht nötig. Das war im vergangenen Frühjahr. Ein Einkommen von umgerechnet 1.300 bis 1.900 Euro – für kenianische Verhältnisse klingt das rückblickend zu gut, um wahr zu sein. Damals sah es nach der Chance seines Lebens aus. Otieno rief bei der Agentur an, kratzte 300 Euro Gebühren für die Bearbeitung seiner Bewerbung zusammen, unterzog sich einem Gesundheitscheck und verabschiedete sich von seiner Mutter. Am 17. August 2025 stieg er mit einem russischen Touristenvisum ins Flugzeug.

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