Die Kieler votieren fühlbar für jedes eine Olympia-Bewerbung

Beim Bürgerentscheid in Kiel sprachen sich 63,5 Prozent der Wähler für eine Olympia-Bewerbung als Segelstandort aus. Damit positioniert sich die Fördestadt als Partner einer deutschen Bewerbung. In Hamburg ist die Freude entsprechend groß. Und auch NRW bekennt sich zu einer Bewerbung.

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Kiel hat sich deutlich für Olympia ausgesprochen. Beim Bürgerentscheid am Sonntag votierten nach dem vorläufigen Endergebnis 63,5 Prozent der Wähler für eine Bewerbung der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt als Austragungsort olympischer Segelwettbewerbe. 36,5 Prozent stimmten dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,1 Prozent.Damit hat Kiel grünes Licht für eine Beteiligung an einer deutschen Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Die Stadt an der Förde war bereits bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und 1972 in München Segelstandort. Mit dem nun gefassten Bürgerentscheid kann sich Kiel erneut als maritimer Austragungsort positionieren.

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Die Abstimmung in Kiel ist Teil eines bundesweiten Entscheidungsprozesses. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sucht einen deutschen Bewerber für künftige Sommerspiele. Im Rennen sind mehrere Konzepte: Hamburg, Berlin, München sowie das Gemeinschaftsprojekt Köln/Rhein-Ruhr. Kiel ist dabei kein Hauptaustragungsort, sondern möchte – ähnlich wie in der Vergangenheit – Segelwettbewerbe und eventuell weitere Sportarten übernehmen.

Tschentscher und Kämpfer freuen sich über Ergebnis

„Dieses Ergebnis ist ein starkes Zeichen und gibt uns ganz viel Power und Rückenwind“, sagte Kiels scheidender Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der im nächsten Jahr als Spitzenkandidat der SPD in den Landtagswahlkampf geht: „Heute ist nur ein Zwischenschritt. Wir müssen uns schon noch in den kommenden Wochen und Monaten richtig ins Zeug legen, damit der Bürgerentscheid etwas gebracht hat.“ Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach von einem „starken Signal im Wettbewerb der Regionen um die bedeutendste Sportveranstaltung der Welt“. Er setzt „auf ein ebenso positives Ergebnis im Referendum am 31. Mai in Hamburg“.

Besonders eng ist nämlich die Verbindung zur Hamburger Bewerbung. Die Hansestadt hatte bereits vor dem Bürgerentscheid signalisiert, Kiel fest als Segelstandort einzuplanen. Hamburg will an seinen gescheiterten Bewerbungen für die Spiele 2012 und 2024 anknüpfen, setzt diesmal aber auf ein stärker dezentralisiertes Konzept. In der Hansestadt wird bis zum 31. Mai in einem Referendum über eine Bewerbung abgestimmt. Zuletzt überwog in einer NDR-Umfrage eine ablehnende Haltung, inzwischen haben sich aber große gesellschaftliche Gruppen zu einer Bewerbung bekannt. Das Votum aus Kiel könnte jetzt zusätzlichen Rückenwind geben. Auch Berlin und München haben Kiel als möglichen Satellitenstandort im Blick, sollten sie den Zuschlag des DOSB erhalten.

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Parallel zur Abstimmung in Kiel entschieden am Sonntag auch die Bürger in Nordrhein‑Westfalen über eine Olympia-Bewerbung. Bei den Bürgerentscheiden hat sich laut Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dabei eine Mehrheit für eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. In 16 der 17 Städte stimmten demnach rund zwei Drittel für eine Bewerbung der Region „KölnRheinRuhr“ für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044, nur in Herten wurde das erforderliche Quorum verfehlt.

Bereits zuvor hatten die Bürger in München bei einem Referendum im vergangenen Jahr für eine erneute Olympia-Bewerbung gestimmt. In Berlin soll es keinen Bürgerentscheid geben. Die Entscheidung darüber, mit welchem Konzept Deutschland ins internationale Rennen geht, will der DOSB auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst treffen.

Source: welt.de

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