Razzia beim Nutella-Hersteller Ferrero: Wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Praktiken haben Beamte der EU-Kommission die Geschäftsräume des Süßwarenkonzerns durchsucht. Das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg bestätigte am Mittwoch die laufenden Untersuchungen. Man kooperiere voll und ganz und stelle die angeforderten Informationen zur Verfügung, teilte Ferrero auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit.
Die Brüsseler Behörde hatte Anfang der Woche mitgeteilt, die Räumlichkeiten eines namentlich nicht genannten Schokoladenherstellers durchsucht zu haben. Dabei gehe es um den Verdacht auf Verstöße gegen Kartellvorschriften. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst berichtet, dass Ferrero das Ziel der Razzia sei.
Der Kern der Vorwürfe
Konkret untersucht die EU-Kommission nach eigenen Angaben eine mögliche Marktaufteilung. Im Zentrum stünden Beschränkungen des Warenverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten im Binnenmarkt sowie Hindernisse bei länderübergreifenden Einkäufen. Europäische Einzelhändler werfen großen Konsumgüterherstellern seit Langem vor, Preisunterschiede zwischen den EU-Ländern aufrechtzuerhalten. Zudem erschwerten sie es Supermärkten, Markenartikel in großen Mengen zu kaufen und in der gesamten Europäischen Union zu verkaufen.
Der Einzelhandelsverband Eurocommerce begrüßte das Vorgehen der EU-Kommission gegen derartige Praktiken. Der Verband äußerte sich am Mittwoch nach der Bekanntgabe der Untersuchung. Zu diesem Zeitpunkt war Ferrero jedoch noch nicht als Ziel der Ermittlungen bekannt.
Source: welt.de