Pakistan setzt sich für neue Gespräche zwischen Iran und den USA ein. Ein Treffen könnte bereits in dieser Woche in Islamabad stattfinden – US-Präsident Trump zufolge möglicherweise schon innerhalb der nächsten zwei Tage.
Eine zweite Verhandlungsrunde in Islamabad solle stattfinden, bevor die Waffenruhe im Iran-Krieg am 22. April ausläuft, sagten zwei pakistanische Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AP. Ein erstes Treffen der Delegationen beider Seiten am vergangenen Wochenende sei keine einmalige Angelegenheit gewesen.
Auch China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei sind Pakistan zufolge mit beiden Kriegsparteien im Gespräch. Die Länder hätten einen Vorschlag eingebracht, noch in dieser Woche in Islamabad weiterzuverhandeln, hieß es. Den Angaben zufolge hat China Iran geraten, sich auf weitere Gespräche einzulassen.
Aus US-Regierungskreisen verlautete, dass die USA und Iran vor dem Auslaufen der Waffenruhe neue direkte Gespräche in Erwägung zögen und diese am Donnerstag stattfinden könnten. Die Zeitung New York Post berichtete unter Berufung auf US-Präsident Donald Trump, dass Gespräche in den kommenden zwei Tagen in Pakistan stattfinden könnten.
Frankreich versucht zu vermitteln
Auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron versuchte zu vermitteln und rief US-Präsident Trump und den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian in Telefonaten zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen auf. Es müssten Missverständnisse ausgeräumt und weitere Eskalationen vermieden werden, so Macron.
Entscheidend sei, dass sich alle Seiten an die vereinbarte Waffenruhe hielten und dass diese auch den Libanon einschließe, schrieb Macron auf X. Zudem forderte er die Öffnung der Straße von Hormus „ohne Beschränkungen oder Gebühren“.
USA und Iran liegen noch weit auseinander
Die USA und Iran hatten am vergangenen Wochenende in Islamabad erstmals seit Kriegsbeginn direkte Gespräche unter Vermittlung Pakistans geführt, die ohne greifbares Ergebnis zu Ende gingen. US-Vizepräsident JD Vance sprach danach dennoch von echten Fortschritten. Er sieht jedoch Iran am Zug, beim Thema Atomprogramm einzulenken.
Medienberichten zufolge liegen die Forderungen der beiden Seiten weit auseinander. Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: hochangereichertes Uran außer Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen, Vance zufolge aber nicht weit genug.
Die iranische Seite sprach unter anderem von „überzogenen Forderungen“ der USA. Der iranische Präsident Peseschkian machte erneut die USA für das Scheitern der Friedensgespräche verantwortlich. Übertriebene Forderungen und der „mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter“ hätten eine Einigung verhindert, sagte Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV im Telefonat mit Macron.
Streit um Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump verschärft derweil die Gangart gegen die Führung in Teheran. Er verwehrt Schiffen in der Straße von Hormus die Passage, sofern sie iranische Häfen als Ziel oder Startpunkt haben. Zuvor hatten die Machthaber in Teheran die für den internationalen Öltransport wichtige Meerenge bereits weitestgehend blockiert.
Macron betonte, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ohne Bedingungen, Kontrollen und Mautgebühren sei eine der Voraussetzungen für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Kriegs.
Source: tagesschau.de